44l> 7- Kapitel: Das bibliopolischc Deutschland ; Absatz Preis, Nachdruck, Ccnsur,
Büchcrtommission, durch ihre Einhaltung auf dm beiden Büchcrmesseuim gemeinen buchhäudlerisch-litterarischeu Verkehr Geltung zu verschaffen.Anläufe zur Herbeiführung einer ganz Deutschland umfassenden Nach-drncksgesetzgcbung sind schon zeitig gemacht worden: aber nie in demhier soeben abgegebenen Sinne nnd deshalb geschichtlich verkehrt undbedeutungslos. Keine andere Vorstellung hatte in den Köpfen Raum, alsdie eines allgemeinen Nachdrucköverbots; die Leipziger Buchhändler be-fürworteten in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts Abstellungdes Nachdrucks durch den Reichstag . Der Verlauf der Geschichte hattrotz der beständig dringender werdenden Klagen über deu Nachdruckund trotz der theoretisch mit Händen zu greifenden Lösung die allgemeineRegelung der verlagsrechtlichen Verhältnisse uicht gebracht; dazu wardie Eentrifugalkrast der deutschen Staaten eine viel zu bedeutende. Undnicht nur das an sich. Verhältnisse entwickelten sich — wir haben sie alsdie neuzeitlichen Elemente auch in der Nachdrucksgeschichte bezeichnet —,die, ans der Fortbewegung des geistig-littcrarischcn Lebens in Deutschland hervorgehend, den buchhändlcrischcu Merkantilismus der Staaten aufsstärkste unterstützen mußten. Für diese neuzeitliche Seite der Nachdrucks-geschichte ist es aber wesentlich, daß sie sich gleichzeitig mit einem derwichtigsten organisatorischen Fortschritte entwickelt hat.
Wie ncnaufsteigcndc Bewegungen häufig gerade in den Anfängenbesonders hoch aufzuschäumen pflegen, so scheint gerade das erste Vierteldes 18. Jahrhunderts eine erste Hochslnt literarischer Betriebsamkeit undlmchhändlerischer Ncrtriebshast erlebt zu habeu. Zeitgeuössischc Schriftenüber das Journalwesen stellen um 1720 mit erleichtertem Aufseufzenfest, daß die Zahl der Journalgründungcn nun endlich wieder zurückgehe,Schriften über die im Buchhandel herrschenden Übelständc in den zwanziger,dreißiger Jahren, daß die hohe Zeit des Auktions- und Pränumerations-nnwcsens vorüber sei. Und im Zusammcuhaugc damit wird weiterGang und Zusammenhang dieser Verhältnisse dadurch aufs deutlichstebezeichnet, daß gerade in den 1720er Jahren der erste Fall begegnet,in dem der Verlag, und zwar der norddeutsche-, und hier wiederumder Leipziger , in i>i'l»xi und mit vollem Bewußtsein die organisations-gcschichtlichen Konsequenzen aus der immer nnhaltbarern Lage zog. Aus-schwung der Produktion; damit vermehrter Zudrang zum Buchhandel;damit leichtfertigere Ehangeproduktion und Eindringen fremder und