Keine ReichonachdrucKgesetzgelning. Steigender Barverkchr: reiner Verlag. 447
zweifelhafter Elcmcntc: dcr solidc und klugc Buchhändler, der aus gc-sichertcui Boden stand, mußte mit dem Changevcrkchr zurückhaltenderwerden. Dazu kam ein Zweites. Das starke Übergewicht einzelneran Buchhandlungen rcsp. Buchdruckcrcien reicher Vcrlagsortc'^^, voranVcivzigS, aber auch vou Städten wie Halle, Berlin, Jeua, Hamburg im worden, Frankfurt oder Nürnberg im Süden, führte eine gewisseAnnäherung au die Verhältnisse des Auslandes herbei: günstigste Lokal-Verhältnisse für den Perlag an diesen Pflegestättcn und Anziehungs-punkten literarischen und bnchhändlerischen Verkehrs; Verminderung dcrBedeutuug der lokalen Sortiincntcrthätigtcit dnrch die örtliche Ansamm-lung der Firmen. Die Gleichgewichtsstcllung der Wage, wie sie dieVoraussetzungen des ChaugchaudetS versinnbildlicht, verschob sich. Miteinen: Worte: die Neigung zum Barvcrkehr stieg, und die Bildung desreinen Verlags bereitete sich vor. Schon zu Elers', des Faktors dcrHnllischcn WaisenhauSbnchhnndlnng Zcitcn wnrdc dic Frage erörtert:ob es nicht zweckmäßig sei, dic „Sortimente abzuschaffen", d. h. denTauschhandel einzustellen'-""; die Halleschc Bibclnnstalt suchte schon zur^anstcinschcn Zeit, um das unerfreuliche Kreditgeschäft zu veriucideu,zum Barbczug zu vcraulasscu durch Beivilligung von Freiexemplaren(25 24)2'"; dergleichen Vorzugsbedingungen bei Barbczug später öfters(z. B. Jena 1750)^; Beispiele, daß Verleger z. B. aus Leipzig undNürnberg einzelne Artikel nnr gegen bar gaben, begegnen in denzwanziger, dreißiger Jahren mehrfach.^ Daß einzelne holländische Ver-leger überhaupt uur gegen bar ausliefern ließen, ist uns aus vorau-gcgnugcucu Kapiteln erinnerlich. Im Jahre 1735 ging August Martiniin Leipzig als der Erste, von dem wir es mit Bestimmtheit wissen,zum reinen Verlag über. Er hat sich über seinen Schritt in seinemVerlagskatalog vou Jubilntc 1735 ausführlich ansgelasscu. Was ihndazu bewog, war das „in gantz Teutschland Mode wordene verhaßte,uud den meisten honetten Buchhändlern höchst schädliche chaugircu, Um-setzen oder Tauschen dcr Büchcr, als wodurch viclc gcgcu ihren gute»und currenten Verlag, Maculatur in ihre Handlnngcn übcrkommcu. . .WclcheS zu thun", setzt der Verleger hiuzu, „aber künftig ich uicht nöthighabe, maßen ich mich ans dergleichen changiren einzulassen weiter nichtgesonnen bin." Sein Sortiment stieß Martini im Wege der Auktionab. Seinem Beispiel folgten später dic Firmen Glcditsch, Weidmanns