Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
448
Einzelbild herunterladen
 

448 Kapitell Duo bibliopolische Teutschland; Absatz, Preio, Nachdruck, Ceusur.

Erbcn, Joh. Großcns Erben und andere. Gabr. Nik. Raspe in Nürn-berg ging 1753 zum reinen Verlag über/-" Daneben ein zweiter Ent-wickclungShcrd rciucn Verlags- die Ncubclcbung des großen Drucker-Verlags in einer an die ältesten Zeiten der BuchhandclSgcschichtc zurück-erinnernden Weise- so in Frankfurt a. M. Möller, Brönncr, Bayerhofcr,Eichcnbcrg, die aber dann wieder SortimcntSbuchhändlcr wurden, Brcitkopfin Leipzig , Gebauer, Hendel in Halle.Wir dürfen uns diesereinenVerleger" uicht schou überall in der Art der modernen Verleger vor-stellen. Martini sagt zwar und von Raspe und andern wird gesagt, siehätten den Sortimcntsbctricb aufgegeben und sich nur auf dcu Verlagbeschränkt. Daß der reine Verleger sich im ganzen 18. Jahrhundertfür seinen Platz mit seinem Verlage als Sortimentcr fühlte, steht damitnicht im Widerspruch. Aber bedenken wir, daß wir cS ja überhauptnicht mit der Schöpfung eines neuen Systems, sondern im Wesen nurdamit zn thun haben, daß längst bestehende Grundsätze init einer densich ändernden Verhältnissen angepaßten größcrn Zweckmäßigkeit und Be-wußtheit gchaudhabt wurden. Die bedeutendstenNettohäudlcr" auch inder zweiten Hülste deö 18. Jahrhunderts changierten noch, schon deshalb,weil sie Großsortimcntcr waren, aber nur mit einer wohlausgclescncnSchar von Kollegen. Daö Wesen der Wandlung bestand darin, daßsich der Kreis der GcschäftSgenosscn, mit denen man den üblichen gegen-seitigen Verkehr Pflegte, jetzt in mehr und mehr Füllen enger und engerzusammenzog. Der Kreis mit dem größten NadiuS einerseits, derjenigemit einem Radius von der Größe Rull andrerseits sind die beidenGrcnzfälle dieses Eoutinuums. Gchöreu die meisten der Rameu, diewir soeben erwähnten, der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an, sohatten diese neuzeitlichen Einflüsse doch schon zu Ende seiner ersten Hälftesoweit gewirkt, daß man nun iu Schriften über den Buchhandel alsauf eine der Eigenschaften des deutschen Buchhandels auf dieeinigen"Buchhändler hinwies, die uach dem Beispiel des französischen VcrlagS-buchhandcls wenig oder gar kein fremdes Sortiment führten und deshalbihren Verlag nur gegen bar verkauften, die deutschen Buchhandlungeneinteilte in Ehangc-, Contant- und gemischte Handlungen.-''"

Inwiefern mußten diese Verschiebungen als fördernde Momente aufdie Entfaltung des Nachdrucks wirken? Wir müssen uns den durch-schnittlichen uud kleinen Tauschhändler dem Ideale mstrebcnd denken,