478 Kapitel: Das biblivpolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Censur.
daß cr und Gleditsch einen Tcschencr Landeshauptmann nicht habe be-leidigen wollen. Von einer Entschädigung war keine Rede, und dieunvcrbrannten Bücher lagerten wenigstens im Dezember 1718 noch ausdem Tcschencr Rathausc. — In Siebenbürgen ^ bestand seit der Wcndcdes 16. Jahrhunderts die Vorschrift der Aussicht über eingebrachte Bücherdurch Pfarrhcrrn oder von diesen verordnete gelehrte Leute. In eiucrStreitfrage über pictistischc Bücher in den Jahren 1712—171-1 sehenwir eine Kommission unter dem evangelischen Bischof Graffins thätig,die ein Verzeichnis der Bücher zu höherer Eensur auch nach Wien ein-sandte; die beiden Informatoren des Hcrmannstädter Gymnasiums, diesich der Verbreitung pietistischer Bücher widmeten — dieselben, die denersten Sicbcnbürgischcn Buchladeu anlegten —, mußten auf Drängen deskaiserlichen Geuerals das Land verlassen. Dem Versuche der Regierungaber, die gesetzlichen Bestimmungen einzuführen: daß ohne höhere Be-willigung keine Druckereien errichtet, in den bestehenden nichts ohneEensur gedruckt werde und die Protestanten nicht berechtigt seien, Bücherins Land einzuführen (1728), sind die Stande mit Erfolg entgegen-getreten. — Derselbe Entwicklungsgang wie in Österreich zeigte sichauch in Bayern. Der Einfluß der Jesuiten war im Abnehmen, dergeistige Verkehr im allgemeinen genoß eine größere Freiheit; im Jahre1728 erschien das erste den Gesichtspunkt der Politik (statt der Kon-fession) betonende Eensurcditt: ?<>1itiea oder großer Hänscr Rechte br-trcffcndc Sachen sind zu Revision und Konzession an den Geheimen Rathereinzugeben. Aber bis zum Ende unseres Zeitraums und darüberhinaus vcranlaßte das Ordinariat Freising zu Konfiskationen und Visitationen, gabcu die weltlichen Behörden den geistlichen AnregungenGehör; so, wcun 1738 der geistliche Rat zu Freisiug den bayrischenHofrat erinnert, sorgfältig auf die „Tobacapaltisten" (ai>Ml1at/>rö —Händler) zu achten.
Wie gestalteten sich unter allen diesen Umständen die Preisverhält'nisse des Buches?
Die Grundlagen der Preisbildung sind die Herstellnngskostcn; dasResultat der Preisbildung ist im allgemeinen „der Tax ". Der Taxenthält ein doppeltes Element, einmal dasjenige der Rorin oder Pro-portion, sodann das der absoluten Preishöhe. Wir haben deshalb nach-