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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Ccnsnr: Siebenbürgen, Bayern . Trnckkosten: Löhne, Unkosten, Taxe». 479

einander cincn Blick auf die Herstellungskosten, dm Tax als Norm undauf die Höhe der Biichcrpreise damaliger Zeit zu werfen. Die beidenletzter» Gegenstände werden sich in der Darstellung zum Teil vermischen müssen.

In Leipzig erhielten in unscrm Zeitraum zufolge der Buchdrucker-ordnuug wöchentlich einschließlich eines Feiertags: ein Setzer 1 Thlr.23 gr. 6 Pf. einschließlich der Kost, etwa 17 Mark; zwei Drucker zu-sammen 1 Thlr. 12 gr. Kostgeld und 1 Thlr. Besoldung, also der Mann1 Thlr. 6 gr., etwa 13 Mark. Dafür hatte der Setzer fünf Formengcmciustcr Mittclarbcit und hatten die beiden Drucker 15000 Bogenzu liefern. Das Fehlende mußte nachgeliefert werden oder wurde nachBcrhältniS abgezogen. In den ersten Jahren des 18. Jahrhundertswar eine Abänderung dieses Tarifcs im Wege: der Wochcnlohn für einenSetzer und zwei Drucker für 15000 Bogen sollte von den genannten

4 Thlrn. 9 gr. 6 Pf. auf 5 Thlr . 20 gr. erhöht werden, aber untergleichzeitiger Abschaffung der Kost; die Einführung scheiterte (Beschlußvom 9. Sept. 1703) an dem Widerspruche derjenigen Drnckcrhcrren,die bereits bisher die Beköstigung nicht selbst geliefert und vom Lohnabgezogen hatten, und der Geselle». Ihre eigenen Unkosten zur Her-stellung der wöchentlich von einem Setzer und zwei Druckern zu liefernden15000 Bogen aber berechneten die Leipziger Drnckcr unter Zugrunde-legung der angegebenen Vöhue im Jahre 1701 wie folgt: Korrektur

5 gr., Farbe 1 Thlr., Licht und Öl 6 gr., Hauszins 1 Thlr., einSetzer und zwei Drucker 4 Thlr. 9 gr. 6 Pf.; zusammen 6 Thlr.20 gr. 6 Pf.

Die Danzigcr Bogentaxe vom Jahre 1660 für Rats- und Gymnasii-Sachen, für die erstern in 100, die letzter» in 200 Abzügen, die auchin der Ordinantz von 1685 wiederum vorgeschrieben wurde, bewegt sichzwischen 3 fl. in Quart mit Sccunda-, Tertia- und Mittclschrift und9 fl. iu Duodez mit Jungfcrnschrift und Loi'M« Zraeeuw. Da derpolnische Gulden 30 Groschen zählte, so sind diese Preise gleich 3 Rthlr.18 gr. und 11 Rthlr. 6 gr. Die gleichzeitige Köuigsbergcr Taxe fürden akademischen Buchdrucker (1665 sg-)"^ war niedriger. Der geringsteSatz betrug ebenfalls 3 fl., aber für lateinisch und deutsch in Folio undQuart und ohne Unterschied der Typen; der höchste betraf Hebräisch mitVokalen und Aeccntcn und betrug nur das Doppelte.