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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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480
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480 Kapitel: Das bibliopolischc Teutschland: Absatz, Prciö, ?<nchdv»ck, Censur.

Der Güstrowcr Hofbuchdruckcr rechnete für ein Predigtlmch, dao erin den sechziger Jahren des 17. Jahrhunderts auf Befehl des Herzogsdruckte, 3 Gulden^ da in Niedcrsachscu damals der dulden

16 ggr. galt, 3 Nthlr. Satz und Druckcrlohn pro Bogen an. Nun er-fahren wir freilich dabei weder die Höhe der Auflage, noch die Schriftart.Angenommen, die Auflage habe 1250 Exemplare betragen, so würde derBallcnprcis für Satz und Druck etwa 5 Nthlr. 19 gr. betragen haben.Die Wittwe Reußucr in Königsberg erhielt 1685 von der Regierungfür den Druck des Preußischen Landrechts 3 Nthlr. pro Bogen in2000 Auslage (also der Ballen Satz und Druck etwa 5 Nthlr. 8 gr."'1.Eine wcimarischc Druckerei lieferte in? Jahre 1716 den Ballen Sabund Druck samt Korrektur nnd Sendung zur ersten Revision (nachJena) für 5 Rthtr."« Nach «Mßncrs Buchdruckcrkuust"" Leipzig ,1740) ergibt sich für 1 Bogen in 1000 Auflage: Sctzcrlohu 12 gr.,Druckcrlohn 10 gr., Korrektur 3 gr., zusammen 1 Nthlr. 1 gr., alsopro Ballen Satz und Druck 5 Nthlr. 5 gr. Eine Tübinger Bnch-drnckertarc aus den 1740er Jahren^" setzt für 1 Bogen in 1000Auflage je nach der Schrift fünf Preisstufen an, von denen dieunterste (Text und Tertia) 1 Nthlr. 10 gr. (2 fl. 10 lr.>, die höchste(Petit) 3 Nthlr. (4 sl. 30 kr.) beträgt; im Ballen (1 Bogen in 50W Auf-lage) betragen die beiden Stufen 5 Nthlr. (8 fl.) und 7 Nthr. 16 gr.(11 fl. 30 kr.).

Für einen Druck in gewöhnlichem Satz und Format können alsodie Geßnerschen Angaben offenbar als durchschnittlich zutreffend ange-nommen werden. Selbstverständlich wichen die Preise oft stark davonab. Haude in Berlin reichte dem König von Preußen, der auf seine,d. h. der kgl. Bibliothckskasse Kosten eine (dann nicht erschienene) fran-zösische Übersetzung von Joh. Gust. Rcinbccks 1731 bei Haude herausge-kommene:?Betrachtungen über die in der AngSburgischen Eonfcssiouenthaltenen und damit verknüpften göttlichen Wahrheiten"so schöne nndaccnrat als es nur immer möglich . . . und zwar sowohl von schönenI^ötwiÄ, als auf sehr guten Papiere" uud mitaller möglichsten müh-waltung" gedruckt, veröffentlichen lassen wollte,damit auch die aus-wärtigen daraus scheu können, daß man in Berlin vermögend sey wasschönes zu machen", dazu in? Jahre 1738 für deu ersten Teil folgendeKalkulation eiu^^