Truckkosten, Papierpreis, Honorare
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1. 3'/2 ^Ipl>g,detli machen 81 Bogen ^ 8 Seitensdiese zu 1090 l^xeraplsr gerechnet thut an Pap-
pier 18 Balln. Der Balln zu 22 Thlr. . . , Thlr. 396.—.—
2. Die besondere Schrifft dazu zu gießen kostet . „ 200.—.—
3. Das Setz- und Trucker-Lohn deu Bogen zu
3 rthlr, gerechnet thut ..........„ 243.—.—
4. Die Kupffcr Platte und andre nvthige erodslisse-
ments thun...............„ 120.—.—
Lumina Thlr. 959.—,—
Auch der Papierpreiö war dabei ein besonders hoher und für Turch-schnittsvcrhältnissc nicht bezeichnender. Die Bibclanstalt in Halle bezahlteihren besten Lieferanten (Fabrikanten) von Beginn des zweiten Jahrzehntsbis in die fünfziger Jahre hinein den Ballen halbwcißen und weißenPapiers, wie es zur Großoktavbibcl benutzt wurde, unverändert mit 12und 14, andere mit 11 und 13 Thalern.^
Was das Honorar betrifft, fo begegnet uns die öftere Klage der Ge-lehrten,'daß die Buchhändler gar kein oder wenig Honorar geben wollten.AhaSvcrus Fritsch bemerkt dazu: das Bücherschrcibcu dürfe nicht zum Hand-werk gemacht werden; indessen sei es doch aber nicht unbillig, daß die Ge-lehrten „vor ihren Schweiß und gehabte Arbeit einige Verehrung" erhielten.Der Anödruck Verehrung ist dabei mit Überlegung gebraucht; denn der Ver-lagsvcrtrag ist nach Fritsch eigentlich weder Kauf- uoch Mietkontrakt: cS kanndeshalb dabei weder von Lohn noch von Wert die Rede sein, sondern nur voneinem NccompcnS.^ Was das Handwerk betrifft, d. h. den Punkt: daßman sich so schwer entschließen konnte, auch rein geistige Arbeit, die Markt-werte schafft, Werte, die einen ganzen Handels- und GcwcrbSzweig erhalten,als wirkliche wirtschaftliche Arbeit anzusehen, so haben wir darüber aus Ge-lehrtcnkrciscn uoch viel merkwürdigere Äußerungen. Nach Bernhard (1718)besteht die hiureicheudc Gegenleistung des Verlegers eben darin, daß er ver-legt, d.h. daß er dem Autor das Wagnis des Selbstverlags, der früher öftersüblich gewesen sei, abnimmt. „Der kutor, er mag etwas oder nichts vorseine Arbeit bekommen haben, verlichrct doch nichts dabei und kan sich garwol zu Frieden stellen, wenn er siehct, daß seine Schrisft mit begierigenAngen gelesen wird."^ Auch der Kanzler Lndcwig — derselbe, vondem man sagte: einzig und allein seine hohen Honorarfordcrungcn ver-hinderte» cS, daß er die Welt iu der Flut seiner Bücher ersäufe^— sprach stolz von dem „unedlen Gewinn des Bücherschreibcns".^
«kscknckitc dc? Dl'ittschi'n Buchhondkl-Z. II. 31