Mittlerer Bogcnprcis nach buchhcindlcrischen Taxlivrjchlii^cn.
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Ballcupreis von 45 fl. an, wobci auf dm Bogen 2,^ Pf. konimcu. Fürdie bessern Schriften aber stellten sie eine sehr eingehende Taxe auf. Sicunterschieden für den Druck in deutscher und lateinischer Sprache vier insteigender Preishöhe aufeinander folgende Gruppen, uämlich dcu Druckmit Mittel-, Cicero-, Garmond- und Petitschrift und notierten in jedereinzelnen wiederum in steigender Prcisanorduung vier Satze, nämlichfür den Druck erstens auf Doppelt Papier, zweitens auf Schiltlc-Papicr,drittens hoch Cron Papier , viertens aus Median und (5arrc. Derniedrigste und der höchste Ballcnpreis beträgt in der ersten Gruppe65 und 80, in der zweiten 70 und 85, in der dritten 75 und 90, inder vierten 80 und 100 Gulden. Auf den Bogen berechnet ergibtdao 3,-7 und 4,oz Pf., 3,5Z und 4,s« Pf., 3,5i und 4,°g Pf., und 4,^!und 5,l>t Pf. Der mittlere Satz ist der Ballcnpreis von 80 Guldcuipro Bögen 4,«u Pf.), und von diesem aus macht mau sich diesesSystem am leichtesten übersichtlich. Es steht dieser Satz in der erstenGrnppc au letzter Stelle, ist also hier der teuerste Satz, rückt inder zweiten Gruppe an die dritte, in der dritten auf die zweite Stellezurück und bildet endlich in der vierten und letzten Gruppe den ersten,also billigsten Satz. Und von diesem Mittelpunkte ans- bcwcgcn sichdie PrciSsätzc in einem Spielräume, dessen untere Grenze der Ballcnpreisvon 05i Gulden (pro Bogen 3,s? Pf.), dessen obere Grenze der Ballcn-preis von 100 Gulden (pro Bogen 5i,nt Pf.) bezeichnet. Über die HöhedicscS ganzen PrciSsystcmö hinaus ragen die Drucke in griechischer,hebräischer und anderer orientalischer Sprache mit dem Ballcnpreis von105 bis 110 fl. ^pro Bogcn 5,,-,-t Pf.), die Drucke auf Schreibpapier, beidenen „dem Papier und der schrisft nach" der Ballen „umb einer wrt,?"und der Druck auf schöu Postpapicr oder mit Nonpareille, wobci auf denBallen „ctwa ans daß Höchste der halbe theil" aufgeschlagen werden soll.Nach Analogie der sächsischen Tnrordnung von 1623 und des Tarvor-schlags dcr Leipziger Buchhändler vou 1667 müssen wir uns dabei zweifel-los überall Honorar-, Privileg- und Censurkostcn inbegriffen denken.
Die Prcisc des Hallcschcn WaisenhausvcrlagS waren, Wende des17. Jahrhunderts, noch niedriger als die eben angeführten Preis-angaben. Die Preise, mit denen es im Jahre 1699 seine dreizehnverschiedenen Verlagsartikcl für dic Leipziger Messe selbst angesetzthat, ergeben einen durchschnittlichen Bogcnprciö von etwa 2 Pf.
Gkschichtc dcs DnttsckM Buchhandels. II. 32