498 7- Kapitel! Das bibliopvlischo Teutschland; Slbsap, Prciö, Nachdruck, Ccnsur.
Dic Bogenprcisc betragen z. B. bei A. H. Franckc, Anleitung zumChristentum l3 Bogen in 8", Preis 3 Pf.) 1 Pf.; bei A. H. Francke,Bußpredigten (48 Bogen in 4", Preis 9 gr.) 2,» Pf.; bei Erasmus,Enchiridion ll? Bogen in 8", Preis 3 gr.) 2,. Pf.; bei Spcner, ?«zri-imrasis in I. e^isl. -svlisnnis (92 Bogen in 4", Preis 1l> gr.; Spencrbekam 130 Freiexemplare) 2,s Pf.; bei Lichtscheid, Gedanken (40 Bogenin 8", Preis 6 gr. 6 Pf.) 1,0 Pf. Die Preise pro Alphabet würdenfür dic genannten Bücher 1 gr. 11 Pf., 4 gr. 2 Pf., 4 gr., 5 gr. 4 Pf.und 3 gr. 7 Pf. betragen. Etwa zehn Jahre später wurde von amWaisenhause Angestellten selbst an den Verlagspreisen der Waisenhaus-bnchhandlung in einer für uns lehrreichen Weise Kritik geübt. DiePreise seien zu hoch; der Bogen Cicero, Mittel oder anderer größererSchrift koste dem Verlag selbst nicht ganz 1 Pf., das Alphabet könntedeshalb mit ziemlichem Nutzen für 3 gr. verkauft werden; also (derGroschen hat 12 Pfennig) mit einem Gewinn von einem Groschen oder^'>" „. Das werde aber nicht einmal verlangt; das Alphabet solle nurnicht über 4 gr. (wobei auf den Bogen 2 Pf. kommen) angesetzt werden,also der Gewinn nicht über 50"/,, des Verkaufspreises betragen. DemAnschlag sind lediglich dic.Kosten von Druck und Papier zu Grunde gelegt;nichts vom Honorar, während nach Elers damals auf den einzelnenUnternehmungen des Waiscnhausverlags pro iadnre (d. h. an Honorar)über 5000 Thalcr lasteten. Ferner ist nicht in Rechnung gezogen, daßeine Handlung, die wie das Halleschc Waisenhaus in Tauschrcchnungarbeitete, für das Alphabet nicht bare 4 Groschen, souocru Büchcr, dicerst in bare Groschen umzusetzen waren, erhielt.
Wir werden es im weiter» Verlaufe uuscrcr Erzählung noch er-fahren, wie es zu den Ruhmestiteln des Halleschen Buchhandels gehört,daß von ihm wiederholt die Anregung zu gemeinsamem Handeln in buch-häudlcrischen Interessen ausgegangen ist. Von ihm ist auch, im Jahre1713, der erste Versuch eiuer Preisreform ausgegangen, d. h. nach denbehördlichen Taxversuchcu des 17. Jahrhunderts — die sich anch im18. Jahrhundert immer wieder gelegentlich bcmcrklich macheu — dererste rein buchhäudlerische Versuch, eine Preisreform durch eine Ver-ständigung zwischen Buchhändlern untereinander herbeizuführen. VonErfolg ist er nicht gewesen; das erwarten wir ja wohl auch nicht.Aber für die buchhäudlerische Preisgeschichtc ist er von großem Interesse.