Trattners „SkizzirterPl-m". Sammelnachdrnckcu.ZcitungsnachdrnckinÖsterreich. 83
„Wer sind denn diese Bestien"
Begann der Held zu fragen:„Die hier zu ganzen Dutzcuden
An einem Schädel nagen?"„Nachdrucker sind (erwiedcrtc
Sybille) diese Hunde,Das aller unverschämteste
Gezücht im Höllcnschlunde,Das stäts nur nach Antoren jagt,Die armen bei den Köpfen packt,
lind ihr Gehirn verzehret."
Die Namen und Titel aber, die dein stürmischen Mastalier in seinerWut in solcher Fülle entfahren waren, verwandte er dankbar zu einemzweiten, ausführlichen Plane, den die Wiener Zeitung vom 22. Januar1785 brachte.
Der Kaiser befragte über den Plan Sonnenfcls. Dieser sprachoffen seine Verurteilung aus. Ohne jeden Erfolg. Trattncrs Klage-schrift ging an die Censur; van Swieten trug sie dem Kaiser so vor,daß keine Resolution erfolgte."
So waren die Hoffnungen der deutschen Buchhändler und Schrift-steller, die sie auf Joseph gesetzt hatten, aufs schmählichste und nieder-schmetterndste getäuscht.
Trattncr aber war nur einer, wenn auch der größte, unter vielen.In der Mitte der achtziger Jahre sagte ein Wiener Schriftchcn, es ge-höre wahrlich viel „Schafheit" dazu, in diesen Zeiten, unter diesen Um-ständen jemanden ein Staatsverbrechen „oder nur gar eine legale Eigen-thums-Beeinträchtigung" aus dem Nachdruck eines Buchs zu machen.„Wer druckt nicht nach? Wer wird nicht nachgedruckt?"^
Daß Schrämbl in Wien , wie man sagte auf einen Wink vonoben, die besten englischen und französischen Werke nachdruckte, um auchhier systematisch für die Verhinderung des Geldausflusses zu sorgen, istnichts Ausfälliges. Daneben aber standen die großen deutschen Sammcl-nachdrucke, die Troppauer — von Traßlcr und von Schrämbl, der dannnach Wien übersiedelte —, die Trattnerschen und die von Gerle in Prag .Wie den Kern seiner Büchernahrung, so stahl sich Österreich auch seineZeitungsnahrung zum guten Teil. Der gelindere Fall war der, Zei-tungen aus lauter Auszügen herzustellen; so der „Auszug aller Zeitungen
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