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5, Kapitel: Der Büchermarkt,
Scilerschc und dic noch heute als vornehmste Leipzigs bestehende LinkescheLeihbibliothek.
Ein ähnliches Institut errichtete in Dresden im Jahre 1798Arnold^; nach Launs Memoiren überbot es das Bcygangsche sogarin manchen Stücken an Schönheit des Lokales und Glanz der Ein-richtung. Das Arnoldschc „Museum " (geöffnet Wochentags früh 9 bis8 Uhr abends, Sonn- und Festtags nachmittags 2 bis 9 Uhr) enthieltein Musikalicnkabinett mit Instrumenten und den neuesten Musikalien,ein Sprechzimmer zu gesellschaftlicher Unterhaltung, in dem der BesucherLandkarten, Wörterbücher, Kunst- und Zeitnngslcrika und sogar Schreib-materialien für Excerptc fand, ein Lesezimmer mit 22 deutschen, 3 fran-zösischen politischen und gelehrten Zeitungen und 1 englischen Zeitungund 86 deutschen, 4 französischen Journalen und 1 englischen Journal,dazu Flugschriften, Taschenbüchern und andern Schriften, endlich einenBibliothelösaal mit über 20000 Bänden deutscher, französischer, eng-lischer und italienischer Littcratur (die Bcygangsche Bibliothek enthieltnach Oster» 1799 70000 Bände). Der jährliche Abonncmcntsprcis,zahlbar jedes Qnartal pränumerando, betrug anfangs 12, dann 9 Ncichs-thaler. Dic nach Hause entliehenen Bücher wurden aber daneben besondersberechnet, wie denn die Benutzung des Muscnms als Leihbibliothek nichtan das Muscums-Abonnemcnt gebunden war; dic Abonnenten hatten nurden Vorzug, neue Zcitschriftcunummcrn von abends 8 bis andern Tagsfrüh 8 Uhr, ältere auch auf eiuigc Tage mitnehmen zn dürfen. Nach-dem Arnold sich von scincm Gesellschafter Pinther getrennt hatte, gründeteer allem ein neues „Arnoldischcs Kunst- und Lcsemagazin". DerAbonuemcntspreiS der Leihbibliothek bctrng hier vierteljährlich für wöchent-lich 2, 3 rcsp. 4 Bücher 12, 16 resp. 20 Groschen; im Magazin lagenin zwei großen Zimmern Gemälde, Kupferstiche, Musikalien, Landkarten,musikalische uud mechanische Instrumente, Kunst- und Modcanzcigen,Flugschriften und 80 Zeitschriften aus (in einer Eingabe vom Jahre1804 werden allerdings nur 30 angegeben). Im Jahre 1802 gründeteArnold auch den ersten Dresdener Jonruallcsezirkcl; das Abonnement,der Zahl dcr Zeitschriften nach in fünf Klassen eingeteilt, betrug viertel-jährlich iu dcr uicdrigsten Klasse (10 Zeitschriften) 16 Groschen, in derhöchsten (50 Zeitschriften) 2 Neichsthalcr; auch durften dic Abonnentenunentgeltlich im Lesezimmer die neuesten politischen Zeitschriften lesen.