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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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8. Kapitel: Das bibliopolische Deutschland .

die Jägersche Buchhandlung lMcßtatalog seit 1788) und Joh. Chr. Her-mann (Meßkatalog seit 1780), bis endlich im Jahre 1803 Wilmansauftritt, der alle andern übertrifft.

In der nächsten Nachbarschaft Frankfurts zeigt der Meßkatalogaußerordentlich wenige Firmen von Belaug; bemerkenswert ist nur dieBuchdruckern und Buch- und Papierhandlung (nebst Leihbibliothek) vonWeiß Ä Brede in Offenbach (Meßkatalog 1784/97; 1775/78 Ulr.Weiß). Für Gießen ist in den Meßkatalogen bis zum Jahre 1788 die1730 von Joh. Phil. Krieger gegründete Buchhandlung vertreten; imJahre 1779 gründete Joh. Christian Krieger der Jüngere, der, geboren1746, einst ^noch als hoher Siebziger eine besondere Rolle in der Ge-schichte des buchhalterischen Zeitschriftcnwcsens spielen sollte, seine eigeneHandlung und verband 1783 damit Buchhandlung und Buchdruckernin Marburg (heute Clwertsche Univcrsitätsbuchhandlung iu Marburg ).Im Jahre 1790 etablierte sich in Gießen der zwanzigjährige Försters-sohn Georg Friedrich Heyer, bis dahin Lehrjunge und Diener beiF. Krieger ssii. In einer Dorfschule, deren Lehrer ein Hufschmiedwar, aufs dürstigste vorgebildet, tritt er doch in der Neformbewcgung1802/1804 besonders hervor; aber auch als Verleger sollte er Kriegerübertreffen. Seit 1798 hatte er eine Filiale in Darmstadt .

In Franken und Schwaben waren die alten Cmporien Nürnberg und Augsburg vou führender Bedeutung, denen zunächst Erlangen sichanschloß. Nürnberg nährte einen blühenden Platzbuchhandel, war einbesonderer Sitz deutschen Kunsthandels, war Kommissions- und natürlichMarktplatz, es wuchs immer Zuversichtlicher der Stellung eines neuensüddeutschen Haupt-Centralplatzes zu, bildete das Sammelbecken das Reichbewegender Reformideen, den Mittelpunkt gleichsam eines noch nicht kon-stituierten deutschen Sortimcnterbuudes gegenüber den von Leipzig ver-tretenen Verlegerinteressen; wir werden davon im nächste» Kapitel nochNäheres hören.

Der frühere numerus clausus von 10 Buchhandlungen wurdegegen Ende des Jahrhunderts auf 12, um die Wende des Jahrhundertsauf 14 erhöht.^ Außerdem gab es zwei Antiquargcrechtigkcitcn, nebendenen noch einem Bierwirt und Hochzeitladcr der Antiauarhandel gestattetwar. Nach Nürnberger Akten bestanden im Jahre 1780 13 Buchhändlerwelche offene Laden besitzen und mit Sortiment zu handeln befugt sind".