— 26 —
Flüchtlinge, welche nach der Zerstörung Antwerpens durchAlba 1585 in England Unterkommen suchten. Viele vonihnen wurden in Manchester und Bolton angesiedelt, welcheStädte damals der Sitz der Wollweberei waren. Besonderswurden die fremden Weber nach Manchester durch die Er-laubnis angezogen, in den nahe der Stadt gelegenen Wälderndes College Bau- und Brennholz nach Belieben zu schlagen •
— ein Beweis weit zurückgebliebener Wirtschaftsverhältnisse.
Seit jener Zeit wird die Einfuhr von Baumwolle in England erwähnt. Wie unbedeutend aber noch um die Wende desJahrhunderts die Verarbeitung der Baumwolle war, geht daraushervor, dafs in dem Armengesetze der Elisabeth die ver-schiedensten Arbeiten, insbesondere das Spinnen von Flachs,
Hanf und Wolle, als Beschäftigung in den Arbeitshäusernempfohlen werden, der Baumwolle aber mit keinem Worteerwähnt wird.
Die Verlegung der Welthandelsstrassen war es, welche,verbunden mit politischen Ereignissen, Deutschland und Flandern >
gegen Holland und später England wirtschaftlich zurücktretenliefs. Auf dieser Grundlage ist das Aufblühen der englischenBaum Wollindustrie zu verstehen; bereits Lewis Koberts erwähntin seinem 1641 veröffentlichten „Treasure of Traffic" der Baum-wollindustrie Manchesters als aufblühenden Gewerbes. DanielDe Foe findet auf seiner „Tour through the whole Island ofGreat Britain" 1727 die Stadt Manchester in einem erstaun-lichen Aufschwung. In wenigen Jahren habe sich ihre Be-völkerung verdoppelt. Dies werde vor allem der in den letzt-vergangenen 40 Jahren so aufserordentlich aufgeblühten Baum- tWollindustrie verdankt.
Die Art und Weise der Fabrikation war nach Guest da-mals folgende 1 . Die Kette der Gewebe bestand aus Leinen-
1 Guest, History of Cotton Manufacture. 1820. S. 7.