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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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garn, welches meist aus Deutschland eingeführt wurde. Baum-wolle war für diesen Zweck noch nicht haltbar genug zu spinnen.Der Schufs war Baumwollgarn, welches in der Umgegendvon Manchester von den Landleuten gesponnen wurde. DerWeher war selbständiger Handwerker; er kaufte die Garneund brachte die Gewebe zum Verkauf auf den Markt vonManchester . In dem Mafse als die Industrie nicht nur fürden lokalen Bedarf sondern auch für entfernteren Absatzproduzierte und mit der Konkurrenz das Bestreben nach Ver-billigung der Produktionskosten um sich griff, verschwand derselbständige Webermeister gegenüber dem Lohnarbeiter, welchervom Kaufmann (Verleger) die Garne zum Weben empfing.Der Kaufmann vertrieb ursprünglich die Gewebe selbst, indemer sie auf den Rücken von Packpferden durch das Land führte.So lange standen Kaufmann und Weber gesellschaftlich gleich.In dem Malse aber, als der Kaufmann Verleger wurde, fing eran, den Absatz durch Handlungsreisende und Musterbücher be-sorgen zu lassen. Diesen Umschwung setzt Guest um 1740.

Mit der Ausdehnung des Absatzes aber genügte dieseArt des Verkaufs nicht mehr. Vom Verleger, welcher vonManchester in die um Manchester herumliegenden Weberdörferübersiedelte, trennte sich der Kaufmann, an den der Verlegernunmehr verkaufte. So schieden sich Arbeiter, Fabrikant undKaufmann, jene drei getrennten Funktionen, welche noch heutefür die Industrie die mafsgebenden sind.

Trotz des gewerblichen Aufschwunges aber hatte Englands Baumwollindustrie mit einem überlegenen Mitbewerber zurechnen. Ähnlich wie der europäische Kontinent und Amerika heute gegenüber England, war England damals gegenüber derindischen Baumwollindustrie auf grobe Garne und Gewebeangewiesen. Es ist für die weitere Entwicklung von mafs-gebendem Einflufs, dafs die englische Baum Wollindustrie