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Leute arbeiten. Männer, Weiber und Kinder sind in das Jochgespannt mit Eisen und Dampf. Die animalische Maschine— gebrechlich im besten Falle, unterworfen tausend Quellendes Leidens, veränderlich jeden Augenblick — ist zusammen-gefesselt mit der eisernen Maschine, die kein Leiden und keineErmüdung kennt 1 ." Es ist bezeichnend, wie hier die Maschineals solche der Unmenschlichkeit beschuldigt wird, die fastmathematische Genauigkeit, welche sie vom Arbeiter erfordert,als unerträgliche Tyrannei erscheint. Bei allen Arbeiterbewe-gungen der ersten Jahrzehnte des Jahrhunderts richtete sichder Hafs der Massen gegen die Maschinen.
Aber allmählich trat ein Wandel ein, ein Wandel ausGründen des wirtschaftlichen Fortschritts. In den dreifsigerJahren war es, dafs auf dem Gebiete der ältesten Grofs-industrie zum ersten Male die internationale Konkurrenz eintrat.Wollte England siegen, so mufste es die Produktionskostenerniedrigen. Wie war dies möglich? Nicht mehr durch Herab-drückung der Arbeiter; denn diese befanden sich auf demLebensminimum. Das einzige Mittel des wirtschaftlichen Siegesbestand also in Verbesserung der Technik, sowie in Vermin-derung der angewendeten Arbeiterzahl im Verhältnis zum Er-zeugnis. Beides führte zur steten Herabsetzung der Stücklöhne,was für die Stärke im Konkurrenzkampf entscheidend war,andrerseits zu einer Steigerung des Wochen Verdienstes derArbeiter. Ahnlich wie man den Sklaven nicht bessere Werk-zeuge in die Hand geben konnte, waren einem elenden Fabrik-proletariat die immer komplizierteren und wertvolleren Maschinennicht anzuvertrauen; um die Geschwindigkeit der Spindeln