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Anders der Handel mit Indien, China und Südamerika ,Bei den weiten Entfernungen und langsamen Verbindungen derdamaligen Zeit war dieser Handel äufserst gefahrvoll. Ursprüng-lich befrachtete der Kapitän sein Schiff auf eigne Rechnung, soweit der Handel nicht auf Grund von Vorrechten in der Handvon Beamten war; Ostindien wurde erst 1815 geöffnet 1 . Inden zwanziger und dreifsiger Jahren ist jener abenteuernde See-fahrer verschwunden. Der Fabrikant verschiffte auf eigneGefahr den Uberschufs seiner Produktion. Der Kaufmann,welcher ihm dabei zur Seite stand, war thatsächlich nurKommissionär, welcher die Verschiffung besorgte und denhalben Wert der Sendung vorzuschiefsen pflegte 2 . Angelangtwurden die Waren durch eingeborene oder englische Kom-missionshäuser verkauft bezw. versteigert. Im besten Fallekonnte der englische Fabrikant 18 bis 19 Monate nach Ab-gang der Ware Zahlung erwarten, entweder in Gestalt vonRückfracht, Indigo, Kaffee, Thee etc., oder in Wechseln oftfraglicher Natur. In dieser Weise vollzog sich 19 120 des über-seeischen Handels, daneben spielte Versendung auf Bestellunggeringe Rolle.
Wir finden also hinsichtlich des Absatzes den Fabrikantenfast allein mit allen Gefahren beschwert. Anstatt sich aus-schliefslich auf die innere Entwicklung seines Betriebes zu be-schränken , mufste er die politischen und wirtschaftlichenSchwankungen der ganzen Welt berücksichtigen, insbesondereden schon damals sehr veränderlichen Wechselkurs auf Indien.
Der heimische Markt, im vorigen Jahrhundert der über-wiegende, war immer noch von grofser Wichtigkeit.
1 Vergl. Committee 011 Manufactures 2066, 2120 über die Verhält-nisse, welche die Aufhebung der Vorrechte der Kompagnie im indischenHandel hervorrief.
2 Committee on Manufactures 2117, 2155.