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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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desto weniger waren Importeur und Händler in der Lage,direkt mit einander zu verkehren solches hätte Kenntnisauch der Gebiete des andern erfordert. Daher Ausbildungvon zwei Zwischengliedern, des Einkaufs- und des Verkaufs-maklers, von denen ein jeder lediglich die Interessen seinesAuftraggebers versah. Das Verhältnis dieser verschiedenenKlassen des Handels beruhte auf einem Kodex ungeschrie-benen Rechtes. Kein Importeur konnte, wie Ellison 1 versichert,es versuchen, mit dem Einkaufsmakler direkt zu verhandeln;dieser würde ihn an den Verkaufsmakler verwiesen haben.Ebenso wenig konnte der Einkaufsmakler direkt mit demImporteur Geschäfte abschliefsen. Der Importeur wie derHändler pflegten einen oder mehrere Makler zu haben, durchwelche sie dauernd ihre Geschäfte machten.

Während so auf Seiten des Rohstoffs bereits äufsersteArbeitsteilung eingetreten war, so mangelte sie auf der Seitedes Absatzes noch vollständig. Noch fehlte jene heute sowichtige Person des Export-Kaufmanns, welcher dem Fabrikantendie Kenntnis der fremden Märkte, der Zahlungsfähigkeit derfremden und einheimischen Käufer etc. abnimmt. Noch ver-kehrte der Fabrikant direkt mit dem heimischen Detaillistenoder dem ausländischen Importeur; das Mittel dazu war derHandlungsreisende und der Agent.

Den heimischen Kunden suchte der Fabrikant durchHandlungsreisende auf. Richard Cobden war in seiner Jugendeiner von ihnen. Ahnlich wurde das europäische Festlandversorgt 2 . An den wichtigsten Plätzen des Festlandes ver-kauften die englischen Fabrikanten aufserdem durch ansässigeAgenten.

1 a. a. 0. Cotton Trade S. 273.

2 Committee on Manufactures 2148.