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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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In letzterem Zweige ist ein dem Markte folgender, selbstkünstlerisch veranlagter Unternehmer wünschenswert l . Demgegenüber gewährt die Gewohnheitsmäfsigkeit der orienta-lischen Verhältnisse dem gröfseren Teile der Baum Woll-weberei Lancashires den Vorteil einer sich gleich bleibendenStapelindustrie. Wenn sich der europäische Geschmack nachMonaten und Jahreszeiten verändert, so der des Hindus nachJahrhunderten, selbst Jahrtausenden. Man sagt daher mitRecht in Lancashire : dafs Indien jahraus, jahrein bestimmteBaumwollstoffe verlange, sei so sicher, als dafs die englischeNation jährlich eine bestimmte Quantität Weizen brauche.

In der Weberei ist aus dem angedeuteten Grunde dasAktienwesen weniger verbreitet und jedenfalls auf die Stapel-industrie für die östlichen Märkte beschränkt. Doch wirdnach einer Mitteilung des Herrn Rawlinson auch etwa 10°/oder Weberei seines Bezirkes in Aktienform betrieben.

Jene Konzentrierung der Industrie wird erst dann inihrem Werte begriffen, wenn man die durch sie allein ermöglichte Arbeitsteilung in Betracht zieht. Letztere, in dendreifsiger Jahren erst für den Markt des Rohstoffes entwickelt,hat seitdem das gesamte Baumwollgewerbe, die Fabrikationwie den Markt der Garne und Gewebe, ergriffen.

Wir verfolgen die Baumwolle auf ihrem Wege vomImporteur bis zum Exportkaufmann. Der Baumwollmarkt zuLiverpool, schon in den dreifsiger Jahren hoch entwickelt, tratseitdem unter den Einflufs der modernen Verkehrsmitteld. h. der Anwendung des Maschinenwesens auf den Verkehr.

1 Hierin besteht z. B. die Stärke gewisser deutscher Industrien;nicht nur der Leiter, sondern selbst dessen Frau sind hier oft mitMusterentwürfen persönlich beschäftigt, oft hervorragender Schön-heit , wie z. B. bei manchen Exportwaren des sächsischen Voigt-landes.