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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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zogen sich bei beiden nicht nur durch Mehrerzeugnis dereinzelnen Maschine, sondern zugleich durch Verringerung derArbeiterzahl pro Maschine; ermöglicht wurde dies teils durchtechnische Fortschritte, teils durch Steigerung der Arbeits-leistung. Ein Arbeiter versieht heute mehr als doppelt, janahezu dreifach so viel Maschinerie, als sein Vater that; dieMenge der vorhandenen Maschinen hat sich seit jener Zeitmehr als verfünffacht, die der Arbeiter nicht ganz verdoppelt'.Statt 10 Millionen Spindeln im Jahre 1831 und 80000 Web-stühlen besitzt heute England für Baumwolle gegen 50 MillionenSpindeln und 600 000 Webstühle; die Zahl der Arbeiter istdagegen nur von 220134 (erste offizielle Zählung 1835) auf504 069 (1885) gewachsen. In den Jahren 1856 bis 1885 hatsich die Zahl der Spindeln um 58,6%, der Kraftstühle um87,5%, die Arbeiterzahl nur um 32,8% vermehrt.

Besonders bedeutend ist die Abnahme der Arbeiterzahl inder Spinnerei feiner Nummern. Diese war zur Zeit Ures nochin bedeutendem Mafse eine Kunst, welche grofse Übung undviele Handarbeit erforderte. Noch 1850 kamen in den Fein-spinnereien von Houldsworth 7,5 Arbeiter auf 1000 Spindeln,bereits 1885 in denselben Spinnereien nicht mehr 3 Arbeiter.

Deutlich zeigt sich der grofse Vorteil, welcher auf Grunddieses Verhältnisses Lancashire sowohl im Vergleich mit seinereignen Vergangenheit wie gegenüber seinen heutigen Mit-bewerbern zukommt, in folgenden Zahlen. Auf 1000 Spindelnund zugehörige Vorbereitungsmaschinen kamen anfangs derachtziger Jahre 2 :

1 Andrew, Fifty years cotton trade S. 2, 5.

2 Vergl. Manchester Chamber of Commerce, Bombay and Lan-cashire S. 2, wonach in Bombay 30000 Spindeln 750 Arbeiter erfordern,und Jeans Statis. Soc. Dez. 1884, S. 665. Bericht der deutschen Enquetekommission für Baumwoll- und Leinenindustrie S. 8 giebt die Zahlen für