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für sie besonders geeignetes Gebiet zurückgezogen bat, welcheszwar immer enger wird, jedoch nicht in schnellerem Mafse,als die Hausweber aussterben. Daher ist die Lage dieserletzten ihres Stammes eine bessere als die ihrer Eltern in denzwanziger und dreifsiger Jahren. Sie haben an den allgemeinenFortschritten der Zeit teilgenommen; ein vierpfündiges Brot,darauf verwies einer der Weber, kostete vor 40 Jahren 10 d.,jetzt nur noch 4 d. Die Arbeitszeit ist 12 bis 14 stündig,jedoch mit längeren Pausen. Auch die Lohnverhältnisse sindbesser als früher. Ein Weber erhält für eine der beschriebenenBettdecken 1 sh. 7 d., er kann 8 Stück die Woche weben,sodafs sein Verdienst 13 sh. beträgt, wovon jedoch noch 2 bis3 sh. als Miete für den Webstuhl u. s. w. abgehen. Sobaldes sich um Waren handelt, welche nicht Specialität sind, sinktder Lohn weit herab, auf 7 sh. die Woche und weniger. Dasmerkwürdigste an den Lohnverhältnissen aber ist, dafs es denHauswebern sogar gelang, in den letzten Jahren eine Lohn-erhöhung herbeizuführen. Da die Greise das Monopol ihresHandwerks besitzen, so lange ebenso alte Jungfern ihreWaren noch kaufen, so genügte die Drohung eines Aus-standes.
Ein merkwürdiges Ding, dieser Gewerkverein der Haus-weber, welcher einst die ganze Nachbarschaft Boltons undtausende von Mitgliedern umfafste. Noch vor 30 Jahren hatteer 1800 Mitglieder, heute nur noch 50. Das jüngste Mitglied,ein Fünfziger, ist Schriftführer, mit dem der Verein voraus-sichtlich einmal aussterben wird. Die meisten sind w T eit älterund bei unsern Befragungen über das Gewerbe gehen die Ant-worten oft auf die Zeit vor 50 Jahren zurück. Wenn ihreLage eine erträgliche ist, so beruht das auf dem fast fanatischausgesprochenen Entschlufs, die letzten ihres Gewerbes zu seinund keiner jüngeren Person ihr Handwerk zu lehren. Selbst