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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Trotz dieser Steigerung der Produktion pro Stuhl hatähnlich wie bei der Spinnerei auch in der englischen Webereidie Zahl der Arbeiter im Verhältnis zur Zahl der angewandtenMaschinen dauernd abgenommen. Legt man die AngabenEllisons der Berechnung zu Grunde, so gab es 1820 nochmehr Arbeiter als Stühle, 1878 dagegen kamen mehr als zweiStühle auf den Arbeiter, beides unter Einrechnung aller beiden Vorbereitungsarbeiten beschäftigten Leute:

Ein Arbeiter kam 1820 auf 0,9 Webstühle1850 1,61878 2,1 - 1Dagegen in Indien nur 0,22 - 2

im Elsafs nur 1,5 - 2

Ähnliches ergiebt sich, wenn man von den Vorbereitungs-arbeiten absieht und nur die Zahl der Webstühle, welche derWeber versieht, in das Auge fafst. Während zur Zeit Uresder Weber nicht mehr als 1, höchstens 2 Webstühle bediente,ist heute in Lancashire die Durchschnittszahl für einfache Ge-webe 4 Webstühle 3 . Diese Zahl wird mir von Herrn EdwardRawlinson, dem Schriftführer der grofsen Arbeitgebervereini-gung Nordlancashires, bestätigt. Danach bedient in seinemBezirke 1 Person durchschnittlich 3,9 Webstühle.

Dafs man vier Webstühle als die Durchschnittszahl an-nehmen kann, bestätigt mir in gleicher Weise Herr Birtwistle,Schriftführer der amalgamierten Weber. Er schreibt:diegrofse Masse unserer tüchtigen Weber (in Blackburn undAccrington) versieht vier Webstühle pro Person, manche mit,manche ohne Gehülfen." Es ist dabei zu bedenken, dafs es

1 Ebenso Birtwistle vor der Labour-Commission 1891.

2 Vgl. Bombay and Manchester, Manch. Chambre of Commerce.1888. S. 3. Bericht der Reichsenquete S. 109.

3 Brooks, Cotton Manufacturing S. 74.