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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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und in Esthland. In der letzteren Gregend ist die Lebens-haltung des Arbeiters höher; aber seine gröfsere Intelligenzund Geschicklichkeit wiegt die niedren Löhne der mittlerenGouvernements reichlich auf, wie folgende Tabelle ergiebt 1 :Jahresproduktion Tägl. Arbeitszeit

pro Arbeiter in der Spinnerei in der WebereiWladimir u. Moskau 937 Kübel 456 Kübel 14 u. darüber

Petersburg .... 1928 - 1 102 - 1

Esthland .... 1513 - 1327 - j

Der ungeheure Verbrauch an Arbeitskräften ist die Fessel,welche trotz englischer Maschinen und englischer Aufseher dieIndustrie Rufslands zurückhält Verhältnisse, die unmittel-bar an die Zeit der Leibeigenschaft und Naturalwirtschaft an-schliefsen, da der Arbeiter ebensowenig kostete wie leistete.

Ähnliches sagt ein amerikanischer Konsularbericht bezüg-lich Italiens:Die Kraftstühle produzieren in Italien weitweniger als sonst, weil die Arbeiterinnen langsam im an-knüpfen der Fäden sind und damit fast 40°/o der Arbeitszeitverlieren. Allerdings sind die Löhne hier sehr niedrig imVergleich mit den Vereinigten Staaten ; aber das Erzeugnisin gleicher Zeit ist in demselben Verhältnis geringer. Die ita-lienischen Spinner bezahlen ihren Arbeitern 68 lire die Woche;aber sie brauchen 10, 15, ja 20 Arbeiter für 1000 Spindeln.Dasselbe gilt vom Weben. Ein englischer Weber versiehtdrei bis vier Webstühle und hat von jedem einzelnen (!) eingröfseres Erzeugnis als der Italiener, der selten mehr als einenStuhl bedient 2 ."

Ein ähnlicher Gegensatz findet sich innerhalb der Ver-einigten Staaten . Hier schiene an sich der Süden, welcher die Baum-

1 Vergl. Commercial Relations of the United States. Kr. 12 Ok-tober 1881; Report on the Conditions of Labour in Russia. London

1892.

3 Commercial Relations of the United States. Kr. 23 Sept. 1882. S. 285.