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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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wolle erzeugt, auch zur weiteren Verarbeitung besonders ge-eignet-, die technischen Hülfsmittel und Kapitalien sind hierwie im Norden vorhanden; auch an Wasserkräften mangeltder Süden nicht. Trotzdem ist der Norden der Sitz der Baum-wollindustrie; obgleich er die Fracht des Rohstoffes zu tragenhat. Dort nämlich ist der Sitz eines alten Arbeiterstammesvon aufserordentlicher Leistungsfähigkeit; ihm hat der Süden,der vor nicht langer Zeit noch auf Sklavenarbeit beruhte,nichts entgegenzustellen. Zwar sind die Wochenlöhne imSüden weit niedrer, aber die Kosten der Arbeit teurer.Ichhabe", sagt Atliinson,eine sehr genaue Berechnung des Ver-hältnisses der Arbeiter zu der Spindelzahl, der Zahl der Web-stühle u. s. w. aufgestellt und dabei weitgehende Zugeständnissean die Verschiedenheit des Garns, die Leistungsfähigkeit derFabriken u. s. w. gemacht und doch gefunden, dafs im Südenzwei Arbeiter auf einen in Neuengland kommen. Diese Be-rechnung wurde unterstützt durch Beobachtungen an Ort undStelle 1 ."

Die auffallendste Bestätigung unseres Satzes vom umge-kehrt proportionalen Verhältnis zwischen Wochenverdienst desArbeiters und Stücklöhnen ergeben die Berichte des HerrnJames Thornley, welcher im Auftrage desTextile manufac-turer", einer englischen Fachschrift, die amerikanischen Baum-wolldistrikte bereiste (abgedruckt in der genannten Fachschrift).Ihr allgemeines Ergebnis war, dafs die Produktionskosten ein-facher Kalikos in den Vereinigten Staaten höher seien, als inEngland . Dagegen seien die Kosten der Arbeit auf das gleicheErzeugnis in Amerika geringer. Demgegenüber ist bekannt,dafs die Wochen Verdienste der Arbeiter in Amerika und Eng-

1 Edw. Atkinson, Populär Science Monthly. Jan. 1890, pg. 317.Vergl. ferner Address of Edw. Atkinson given in Atlanta Georgia. Oktober 1880. S. 5 ff.