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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Wenn der englische Arbeiter, wie oben gezeigt, doppelt unddreifach so viel Maschinen versieht wie der deutsche , so ifster auch gewifs zwei bis dreimal so viel als dieser, zwar nichtan Menge, aber doch an physiologischen Nährwerten.

b) In zweiter Linie sind es gewisse geistige Eigen-schaften, welche den englischen Arbeiter zur Arbeit an derMaschine besonders befähigen, Errungenschaften einer nun-mehr fast hundertjährigen Entwicklung. In Lancashire warennicht nur die Väter, sondern schon die Grofsväter des heutigenGeschlechts Maschinenspinner und Weber.

Es hat sich dabei gezeigt, wie unrichtig die Behauptungwar, dal's die Maschinenarbeit das geistige Niveau des Arbeitersherabdrücke. Der englische Baumwollarbeiter wie der nordeng-lische Fabrikarbeiter überhaupt ist heute ein Sohn des Zeitaltersder Technik. Technische Probleme erwecken sein lebhaftestesInteresse. Einzigartig ist die Thatsache, dafs das Organ derBaumwollarbeiter Lancashires, die Cotton Factory Times, stetseinen bedeutenden Teil technischen Erörterungen widmet; essollen die Einsendungen von Arbeitern oft vom praktischenStandpunkt aus so vorzüglich sein, dal's das Blatt englischeVorarbeiter und Geschäftsleiter in Spinnereien Indiens, Japans und Rufslands zu seinen Abonnenten zählt. Interessant in dergleichen Richtung ist der Besuch etwaiger Maschinenausstel-lungen in den Industriebezirken für den festländischen Beob-achter. Der Arbeiter drängt sich hier um die Ausstellungs-objekte und diskutiert ihre Vorzüge und Mängel. Eine merk-würdige Thatsache ist auch, dafs der Gewerkverein der Spinnerdie Befähigung zur Schriftführerstelle der amalgamierten Gesell-schaft von einem wesentlich technischen Examen abhängenläl'st; die Beantwortung der Fragen wird schriftlich in Klausurvorgenommen. Auch die Cotton Factory Times dringt aufmöglichste Benutzung der Hülfsmittel technischer Fortbildung,