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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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produkt der Arbeit der Gesellschaft verteilte sich auf Arbeiterund Unternehmer, beiden ein auskömmliches Dasein, aber nichtmehr gewährend, und auf den Grundbesitz, der wirtschaftlich denÜberschufs erhielt, wie gesellschaftlich den Vorrang behauptet.Anders als vorbereitet durch den Handel mit Verflechtungder Einzelwirtschaften unter einander der GrofsbetrieU aufkam.Dieser beruhte von vornherein auf der Konkurrenz und ver-langte Beseitigung der alten rechtlichen und gewohnheits-mäfsigen Ordnung.

Welches ist auf dieser Stufe, da die Grofsindustrie ingewohnheitsmäfsige Wirtschaftsverhältnisse eintritt, ihre Wir-kung auf die Verteilung des Volkseinkommens? Bezüglich desLohnes gilt, weil der Arbeiter psychologisch noch der altenZeit angehört, das sogenannte Lebensminimum. Bei steigendenKonjunkturen kann nur der Lohn wenig darüber steigen, daVermehrung der Ehen und Geburten für die Fortsetzungjener Reservearmee sorgt, welche sofort herbeiströmt und dieLöhne auf das alte Niveau herabdrückt. Bei sinkenden Kon-junkturen kann der Lohn selbst unter das Lebensminimumniedergehen, in welchem Falle das fehlende vielfach durchArmenunterstützung, Laster, Verbrechen u. s. w. ersetzt wird.Da andererseits die aufblühende Industrie Kapitalien braucht,solche aber noch wenig vorhanden sind, steht der Zinsfufsgegen später auffallend hoch.

Den Unterschied zwischen dem Preise einerseits und denLöhnen und Kapitalzinsen andrerseits erhält der Unternehmer.Er hat thatsächlich, wie die herrschende Lehre allgemein an-nimmt, gegen feststehendes Entgelt Arbeit wie Kapital inseinem Dienst. Auf solcher Stufe sind die Gewinne hoch, nichtwegen niedrer Produktionskosten diese sind vielmehr gegenspäter sehr hoch sondern wegen der hohen Preise. Nochbefindet sich die Industrie in einer Monopolstellung gegenüber