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gehalten hätten, um die Kunst zu erlernen — jedenfalls ge-winnt das Leben des Arbeiters von Lancashire durch dieAusübung der Musik eine Erheiterung, die bei dem trübenEinerlei der Industrieorte Nordenglands doppelt wünschenswertist. Der Boden des Zimmers ist mit einem Linoleumteppichbedeckt. Nirgends fehlt ein Lehnstuhl für das Familienhaupt.Fünf weitere Stühle vervollständigen die Einrichtung.
Hinter dem Wohnzimmer befindet sich die Küche. Die-selbe dient jedoch nicht zum Kochen, da dies für gewöhnlichim Wohnzimmer besorgt wird, sondern einmal zur Vorbe-reitung der Speisen und sodann hauptsächlich als Waschküche.In ihr fällt besonders der grofse gemauerte Waschkessel mitKohlenfeuerung auf. Am Fenster befindet sich ein Wasser-stein mit Wasserleitung. Als Hauptinventar fehlt in demRäume auch nicht eine sog. Wringmaschine, welche zum aus-winden der feuchten Wäsche dient, und die ich in wenigenHäusern der von mir besuchten Baumwollarbeiter vermifsthabe. Hinter der Küche befindet sich ein kleiner Hof miteinem Verschlage für Kohlen. Eine schmale Treppe führtvon der Küche aus in das obere Stockwerk, dessen zweiZimmer als Schlafzimmer dienen und mit Betten, Schränkenetc. eingerichtet sind.
Es ist dies der gewöhnliche Typus der Arbeiterhäuser, vondenen nicht wenige reichlichere Einrichtung aufweisen. Das erstepflegt in dieser Richtung eine Nähmaschine zu sein. Erstaun-lich ist die Gleichförmigkeit der Bauanlage wie der Einrichtung.Der schlechtere Typus der Arbeiterhäuser, wie er heutenach und nach verschwindet, unterscheidet sich von dem be-schriebenen dadurch, dafs hinten der Hof und die Küche weg-fällt , die Häuser mit ihrer Hintermauer aneinander gebautsind und das untere Wohnzimmer die ganze Fläche desHauses einnimmt. Alsdann befinden sich im obern Stock-