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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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wirtschaftlich hebt, gewinnen sie thatsächlichen Einflufs, dessendie intransigente Arbeiterpartei jener ersten Stufe der Entwick-lung entbehrt, weil sie auf wirtschaftlicher Schwäche beruht.

In welcher Weise nun, fragen wir, ist der unter denBaumwollarbeitern Lancashires breit verteilte Besitz angelegt?In Betracht kommen Versicherungsgesellschaften aller Art,insbesondere die grofsen und reichen Friendly societies,ferner staatliche wie private Sparkassen, Baugenossenschaften,industrielle Unternehmungen u. s. w. 1 Wir heben hier nurzwei Arten der Anlagen hervor: die* Genossenschaften und dieAktiengesellschaften. Bezüglich der Genossenschaften verweiseich auf das in Band I meines BuchesZum socialen Frieden"gesagte, sowie auf das treffliche Buch der Miss Potter.

Beispielsweise sei hier nur auf den ungeheuren Geschäfts-betrieb der Genossenschaft zu Oldham verwiesen. Dieselbeumfafste Dezember 1890 11000 Mitglieder, ausschliefslich denArbeiterklassen angehörig, und hatte in dem Jahre 1889 anbaren Eingängen 341 195 Diese Gesellschaft besitzt einegrofse Anzahl von Läden für Spezereiwaren, für Bekleidung,für Back- und Metzger waren, für Schuhmacherwaren, fürMöbel, für Putzmacherei u. s. w. Ferner hat sie eine Ab-teilung für Häuserbau und hatte bis zum genannten Zeitpunkt623 Arbeiterwohnhäuser für nahezu 100 000 £ gebaut, welchegrofsenteils bereits in das Privateigentum einzelner Arbeiterübergegangen waren. Aufserdem ist eine Sparkasse mit derGesellschaft verbunden mit 18000 '£ Einlagen. Einen Teilihres Vermögens hat die Gesellschaft in Aktienspinnereien,teils in Aktien, teils in Obligationen, angelegt. An Dividen-den bezahlte sie an ihre Mitglieder 1889 50 000 £ (1 Million

1 Vergl. Report der Commission on Depression of Trade. SecondReport Part I 136.