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In allen Ländern der Welt haben Oldhamer Arbeiter alsGeschäftsführer und Vorarbeiter Spinnereien gegründet undgeleitet, besonders in Indien und Rufsland. Mit ihren Er-sparnissen pflegen sie in die Vaterstadt zurückzukehren, Leute,die zu den sachverständigsten auf dem Gebiete der Baumwoll-industrie überhaupt gehören, und die doch mit dem Arbeiter-stande , aus dem sie hervorgewachsen sind, enge Fühlung be-sitzen. Bei politischen und geselligen Zusammenkünften bildetdie Lage der Baumwollindustrie seit lange das allinteressierendeThema. Damit verbreitete sich ein bedeutendes Mafs ge-schäftlicher Kenntnisse in weitesten Kreisen, vermittelt durchdie Lesezimmer, Konversationszimmer, Vorlesungs- und Unter-haltungsabende der Genossenschaften, technische Unterrichts-anstalten u. s. w. Auch die höchst bezahlte Klasse der Ar-beiter in Oldham, die in den Maschinenfabriken beschäftigt ist,hängt in gleicher Weise vom Stande der Baum Wollindustrie abund teilt die Interessen für Lage und Technik des Ge-werbes.
So kam es, dal's mit Unterstützung der Konsumvereinebereits 18(50 eine Aktienspinnerei begründet wurde, welche zahl-reiche Arbeiter und Leute, die gesellschaftlich wenig über demArbeiter standen, zu ihren Gründern zählte. Diese Spinnerei, dieSun Mill, heute eine der gröfsten und besten Anlagen in Oldham,hat eine glänzende Laufbahn hinter sich. In dem ersten Jahr-zehnte bereits konnte sie Dividenden von 10 bis 30°/o erklären.Bald nach ihr traten eine ganze Anzahl ähnlicher Unternehmungenins Leben. Alle diese Gründungen gingen von Leuten aus,die auf besonderes Sachverständnis Anspruch machen konnten,und doch social keineswegs vom Arbeiter durch eine Kluftgetrennt waren. Mit den besten Maschinen ausgestattet, wurdenjene Fabriken von ihren Aktionären auf das schärfste über-wacht. So haben sie in der Periode des Geschäftsnieder-