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nehmern aus, ohne die persönliche Verantwortlichkeit des Unter-nehmers zu tragen. Dieser Mifstand ist jedoch nicht un-vermeidlich. Er ist dort unmöglich, wo die Aktionäre anOrt und Stelle ansässig den Gang des Geschäfts vor Augenhaben und selbst in dem Gewerbe des Gesellschaftsunter-nehmens zu Hause sind, ja unter sich Leute haben, dieinnerhalb der Industrie zu den sachverständigsten überhauptzählen, wie jene Veteranen der Baumwollspinnerei, die in Indien,Japan , Rufsland u. s. w. ihre Sporen verdient haben. In solchemFalle ist die Generalversammlung ein auf seine Rechte eifer-süchtiger Monarch, der seine Beamten unter strenger Aufsicht hält.
Hervorgehoben zu werden verdient, dafs diese sog.genossenschaftlichen Aktienbetriebe Oldhams, von denenmehrere 70 gezählt werden, keineswegs Produktivgenossen-schaften sind. Sie gewähren sogar in keiner Weise Gewinn-beteiligung den Arbeitern, worin gewifs einer der Gründe desErfolges beruht. Gewinnbeteiligung mache sich in der Baum-wollspinnerei nicht bezahlt, weil das Stücklohnsystem demeinzelnen genügenden Ansporn zur Arbeit gebe, welcher durchGewinnbeteiligung nicht vermehrt werden würde. Dabei seiendie Löhne so hoch, dafs sie, ohne Administrationslohn und Risiko-prämie der Aktionäre in unwirtschaftlicher Weise zu schmälern,nicht vermehrt werden könnten. Das einzige Mittel, dieLöhne zu verbessern, seien Arbeitsersparnis auf Grund tech-nischer Fortschritte. In der That haben jene Aktiengesell-schaften einerseits durch aufserordentliche Beschneidung derProduktionskosten und Herabdrückung der Garnpreise dieGewinne auf das geringst mögliche Mafs zurückgeführt,andrerseits sind sie für den technischen Fortschritt geradezutonangebend gewesen.
Um aber die Lage einer Arbeiterklasse zu beurteilen,
genügt eine blosse Beschreibung nicht; man mufs einen
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