Druckschrift 
Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

263

bestand aus Thee, Eiern mit geräuchertem Schweinefleisch,Hammelbraten mit Kartoffeln und grünen Erbsen. Dazu gabes ein beliebtes Mäfsigkeitsgetränk, während von dem Deut-schen Teetotalismus nicht verlangt wurde.

Als Gast neben den Alten gesetzt, versuchte ich alsbald,ihn auf alte Zeiten zu bringen, worauf er bereitwilligst ein-ging. Seine Eltern, erzählte er, seien Hausweber in Nord-lancashire gewesen; in bitterster Armut sei er aufgewachsen.Kaum habe er sprechen und gehen können, so habe er be-reits das Spulrad drehen müssen. Dann mit 8 Jahren sei erin eine Spinnerei eingetreten und zuerst in den Kardiersaal ge-kommen, woselbst damals eine grofse Masse von Kindern ver-wendet worden sei. Später sei er zum Andreher aufgerückt;da ihm aber das Glück nicht günstig gewesen sei, Spinnerzu werden, aus der grofsen Zahl der damals notwendigenAndreher, 4 bis 5 auf einen Spinner, sei dies nur wenigengelungen so sei er zur mechanischen Weberei überge-gangen.

In den zwanziger Jahren, in welche seine Jugend ge-fallen, hätte nicht nur seine Familie, sondern die ganze Be-völkerung seiner Heimat ein entbehrungsvolles Leben geführt.Die gewöhnliche Nahrung sei Haferkuchen und Kartoffeln ge-wesen; Fleisch dagegen sei unbekannt gewesen und das ersteStück Weizenbrot habe er erst gesehen, als er aus Nordlancashirenach einem Vororte Manchesters ausgewandert sei. Die Alten,wenn arbeitsunfähig geworden, seien damals allgemein in dasArmenhaus gewandert, denn Ersparnisse hätten sie nicht hintersich gehabt. Die Jungen aber seien glühende Chartisten ge-wesen, er selbst unter den eifrigsten einer. Er erinnere sich sehrwohl des grofsen Volksmannes, des Feargus O'Connor; auchgedenke er wohl, wie die Polizei ihre Versammlungen aufge-löst habe und viele der Teilnehmer in das Gefängnis ge-