Farben u. s. w. Die Folge hiervon sei, dafs die Weber inKrefeld weit regelmäfsigere Beschäftigung hätten, dafs sie auchweit längere Ketten erhalten könnten als in Macclesfield (150Ellen gegen 20—40 Ellen). Eigentümlicherweise besitzt alsodanach, soweit dies auf dem Gebiete einer Haus- und Luxus-industrie möglich ist, das deutsche Gewerbe hier jenen Vorzug,der sonst allgemein (z. B. auch in der Kalikodruckerei) Eng-land zu Gute kommt: den Charakter der Stapelindustrie.
Noch eines aber komme in Betracht, fährt der Berichtfort: die Weber zu Crefeld seien weit tüchtiger und leistungs-fähiger als jene armseligen Gesellen, die auf den Strafsen vonMacclesfield oft Wochen und Monate vergeblich Arbeit suchten.„Eine Thatsache fiel uns besonders auf: die Krefelder Webertragen nicht jenen ängstlichen und kleinmütigen Gesichts-ausdruck von Leuten, welche heute elend sind und den mor-gigen Tag fürchten. Im Gegenteil, sie offenbaren eine geistigeSpannkraft, welche leider unter den Webern zu Macclesfield nicht allgemein ist" (S. 24). Was das Trinken angehe, so seidies am Rhein eine Form der Geselligkeit, in Macclesfield einLaster. Der Weber in Crefeld sei im Gegensatz zu seinemGenossen in Macclesfield , darauf bedacht, bei der Arbeit Zeitzu sparen — sonst gerade der Vorzug der Engländer gegen-über den deutschen Arbeitern. Die gröfsere Leistungsfähig-keit des deutschen Seidenwebers aber falle dadurch um somehr ins Gewicht, als er an wertvolleren und besseren Stühlenarbeite.
Bis zu gewissem Umfange zeigt sich also der Vorzughochstehender Arbeit an fortgeschrittneren Arbeitswerkzeugenauch auf dem Gebiete der Hausindustrie. Jedoch setzt in derSeidenweberei gegenwärtig der Umschwung zum Grofsbetriebeein und verändert durch Übergang zum Kraftstuhl die ge-schilderten hausindustriellen Verhältnisse. Auch auf diesem neuen