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Gebiete scheint die Lebenshaltung der Arbeiter keineswegs inDeutschland eine niedrere zu sein als in England , wie diessonst allgemein der Fall ist. Als bei Gelegenheit des grofsenStrikes in den Seidenplüschwebereien Listers zu Manningham1891 die Forderung nach Lohnherabsetzung von der Geschäfts-leitung damit begründet wurde, dafs die Löhne immer nochweit höher sein würden als in Deutschland , richtete einer derHauptvertreter der Krefelder Industrie dieser Branche einen Briefan den Bradford Observer, in dem er feststellte, dafs die ent-sprechenden Wochenverdienste der Arbeiter in Krefeld nichtniedrer, sondern eher höher seien als in England 1 .
Wie dem auch sei, jedenfalls schliefst der Ubergang zumKraftstuhl, der auch in Macclesfield begonnen hat, einen Fort-schritt für die Weberbevölkerung in sich. Die Wochen-verdienste in der mechanischen Weberei Macclesfields betragenmehr als das doppelte, ja das dreifache der Verdienste derHandweber. Eine Elle glatten Gewebes von 22 Zoll Breitekostet dabei auf dem Handstuhl 1 sh. 4 d., auf dem Kraft-stuhl 8 d. Weblohn. Dem gegenüber stellt ein Handstuhleinen Wert von 8 bis 10 SS, ein Kraftstuhl, d. h. nur die
1 Der Brief lautete:
Sir, — In reference to the report of the annual meeting ofLister & Co., Limited, you gave in your paper of the 4th inst., it willperhaps be welcome to receive some reetification with regard to Cre-feld weaving wages.
The chairman, Mr. S. C. Lister, said that in ofiering 14s. wagesand 15 per cent., which was equal to 16s. 3d. a week, the directorsof the Company were ofiering just double wliat the Crefeld manufac-turers were paying to their velvet weavers. In stating this Mr. Listershows himself to he very badly informed. The weavers in our factorycan easily earn 20s. to 21s. a week, and those who are rather skilfulearn 26s. to 28s. a week (fifty-six to sixty hours' work); some evenmore. All large Crefeld manufacturers pay about the same wages.
— I am, &c.,