Druckschrift 
Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74

zu verhüten durch die Beseitigung jenes Bleigewichts, war die sichereHoffnung der Cobden u. s. w. Um zu meinen, daßkein andererStaat England auf die Bahn zum Industriestaat folgen würde", warendie Führer der Anticornlaw-Liga viel zu guteGeschäftsmänner"; siewußten sehr wohl, daß die Industrialisierung anderer Nationen nureine Frage der Zeit sei, fürchteten aber diese Entwickelung nicht, da siejener Doktrin Humes huldigten. Daß England durch deu Freihandelsich dasJndustriemonopol" für alle Ewigkeit zu sichern vermögedas haben wohl einige, aber mir solcheGeschäftsmänner" geglaubt,wie Oldenberg sie sich vorzustellen beliebt.

Oft genug schon haben warnende Finger das Mene Tekel andie Wand des westeuropäischen Judustriepalastes geschrieben ersteht aber noch immer. Die neuesten Seher haben ihre Wider-legung durch die Ziffern der Exportstatistik noch nicht erhaltenkönnen; den Vorfahren aus den dreißiger, vierziger, achtzigerJahren (s. o.) ist sie bereits zu teil geworden.

Die Industrialisierung der Nohstosfstaaten von einst ist weiterund weiter vorgeschritten. Aber nicht in denCongonegern" Engels'oder denAntipoden" Oldenbergs^) haben die alten Industrie-staaten die Ersatzmänner der ihnen durch jene Entwickelung verlorengegangenen Abnehmer gewisser Fabrikate sich suchen müssen siehaben sie vielmehr, großenteils, gefunden in den kaufkräftiger ge-wordenen Konsumenten der Völker, deren gewerbliches Emporkommenman in England und Frankreich einst fürchten zu müssen wähnte, Deutschlands, Belgiens, der Schweiz . Die neuen Industrie-staaten sind den alten Industriestaaten bessere Kunden geworden,als jene einst als Rohstoffstaaten waren. Eine gewaltige Quotedes Gesamthandels in industriellen Produkten bewegt sich zwischenalten und neuen Industriestaaten, uud zwischen diesen und demAgrikultur-Manufakturstaat" Nordamerika , den zu hindern, daß erauch nur einen Nagel" selbst fabriziere, znr Zeit der Handels-eifersucht das eifrigste Bestreben des Mutterlandes gewesen war.

Der Fortschritt der gewerblichen Expansion der Rohstoff-staaten hat bisher für keinen Industriestaat einen dauernden Rück-gang des Fabrikatenexports zur Folge gehabt wenn der fran-

-) Vgl. Oldenberg, S. 11.