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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
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d. h. nach den Industriestaaten Westeuropas etwa 60 desTotales)

Was England betrifft, so führte z. B. Dilke, in seiner Lon-doner Rede vom November 1897, gegen das Programm, daß das Mutter-land den Kolonien kommerzielle Vorteile einräumen solle, den Umstandins Feld, daß der britische Handel mit den Kolonien nur ^ des> Gesamthandels ausmache. Als Chamberlain zu Gunsten seiner

imperialistischen Politik dieverblüffende Thatsache" geltend gemachthatte, daßdie nordamerikanischen, die australischen und die süd-afrikanischen Kolonien mit einem Bevölkerungsbestande von etwa13 Millionen fast ebenso viel von uns beziehen", als die drei euro-päischen Großstaaten Rußland, Deutschland, Frankreich miteinem Bevölkerungsbestande von etwa 220 Millionen, replizierte LordFarrer mit folgender Tabelle:

In der letzten fünfjährigen Periode (1894/98)hat betragen in Mill. >F:

^

Englands

Import

Export

Total

von

nach

Brit. Nordamerika .

13

7

20

Australien ....

7

20

27

Südafrika ....

6

8

14

26

3S

61

Deutschland ->

Niederlande > . .

73

35

108

Belgien ^

Frankreich ....

47

14

61

Rußland ....

21

6

27

141

55

196

Nach diesen Zahlen bemessen ist der Handel Deutschlands (ein-schließlich Belgiens und der Niederlande , deren Verkehr von demDeutschlands nicht wohl getrennt werden kann), Frankreichs und Ruß-lands für England mindestens dreimal so viel wert als der deroben angeführten drei britischen Kolonialgruppen."

Und wenn wir den Durchschnittshandel der letzten Hälfte desJahrhunderts auf Grund der statistischen Erhebungen (des Handels-ministeriums) in Betracht ziehen, so scheint der Handel Englands mitden betreffenden europäischen Staaten wenigstens ebenso rasch gewachsenzu sein als sein Handel mit jenen Kolonien." ^)

') Arndt, a. a. O., S, 29.

°) Lord Farrer . Citiert nach der Nationalzeitung vom 9. Februar 1899.