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Daran aber, daß es nicht die Konsumenten in den industriellrückständigen Gebieten der Erde sind, welche die große Quote desenglischen Fabrikatenexports absorbieren; welche Deutschland den Zucker,die Textilwaren, die Kohlen und Maschinen, die Produkte der Leder-und der keramischen Industrie, die Chemikalien, die Klaviere und dieBücher abnehmen; nicht die Neger und Malaien, welche die Luxus-artikel Frankreichs kaufen^), sondern die Weißen — vor allem dieBewohner der westeuropäischen Industriestaaten und der ihnen wirt-schaftlich am nächsten stehenden Vereinigten Staaten Nordamerikas —daran kann kein Zweifel sein.
Die Industrialisierung Deutschlands u. s. w. hat für die Nationen,die schon in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts Industrie-staaten waren, d. h. Frankreich und England , ein Einschrumpfender Ausfuhr nicht zur Folge gehabt.
Warum sollte denn das Ergebnis ein anderes sein, warumsollte eine rückläufige Bewegung in der „Exportindustrie" der In-dustriestaaten von heute sich einstellen, wenn künftig Länder wieItalien, Spanien, Portugal , die Balkanstaaten, Rußland — Canada,Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien — Ostindien, Japan , China —Australien in größerem Stile als heute zu fabrizieren begännen?
Wenn weitgehende Arbeitsteilung, wenn ausgedehnter Verkehrin Fabrikaten zwischen Ländern wie England, Deutschland, Frank-reich, Belgien, Schweiz stattfindet, zwischen Ländern, die alle in der
lands mit fremden Ländern in Abzug zu bringen sei, d. h. etwa des deutsch-englischen Handels Transit-Verkehr sei (S. 30, 62).
Wenn die Daten, welche die englische Handelsstatistik über Import undReexport von Fabrikaten giebt, der Wirklichkeit entsprechen, so bleibt der weitausgrößte Teil der Fabrikate im Lande, deckt England einen beträchtlichen Teilseines Industriebedarfs nicht selbst, sondern ist „abhängig vom Auslande".
In Folgendem bedeutet die erste Ziffer den Totalimport, die zweite, inKlammer gesetzte, den Reexport; in 1000 ^.
Baumwollene Waren 4384 (482). Wollene Waren, nicht spezifiziert 3286(160), Wollentuch 974 (16), Wollenstoffe S112 (470). Seidene und sammetneStoffe 9634 (435), seidene Bänder 3371 (321), Seidenwaren, n. s., 3639 (113).Eisenwaren, n. s., 3007 (336), eiserne Träger 646 (5), Maschinen 2746 (562),Nähmaschinen 311 (47). Musikinstrumente 1221 (45). Spielzeug 1110 (60).Glaswaren, u. s., 1556 (44). Porzellan und Steingut 860 (16), Papier 3530(83). Vgl. die Tabelle bei Arndt, S. 57/58. -
Oben sind die wichtigsten Kategorien des Fabrikatimports herausgegriffen.
') I. d. Econ. 1897, XI, S. 298.