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Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
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Gegenden; Reuleaux meine allerdings, es sei nur gewissen Völkerngegeben, moderne Industrie zu Pflegen.

Gewiß: die tropischen Länder beginnen zu fabrizieren ge-nauer gesprochen: sie haben schon seit Jahrtausenden damit be-gonnen und haben, Indien und China wenigstens, ihre Manusakte, vor allem höchstwertige kunstgewerbliche Produkte der Textil-,

der Metall-, der keramischen Industrie nach Europa gesandtund im Austausch hauptsächlich Silber daher empfangen. DieIndustrie in gewissen, d. h. den dichtbesiedelten und kulturell ent-wickeltsten Gebieten der heißen Zone ist kein Novum. Ein Novumist nur, daß diese, nachdem sie eine Reihe von Decennien hindurchgewisse Produkte der modernen westeuropäischen Großgewerbe ingrößeren Mengen importiert hatten, jetzt anfangen einige derselben besonders Baumwollenwaren niedriger Qualität, billige Keramiken,dann die famosen Streichhölzer und Regenschirme, die bei denen,welche diegelbe Gefahr" an die Wand malen, eine so großeRolle spielen selbst zu erzeugen, unter Anwendung der neuen,Technik.

Aber was für Indien und China und Japan gilt, gilt vor-läufig nicht für die tropischen Kolonialländer. Wo ist denn inden Inseln des stillen Ozeans in Centralamerika, in Brasilien , inPeru u. s. w. in Afrika, selbst einschließlich Capland in Austra-lien (soweit es der heißen Zone angehört) die Industrie? Einzelne,ganz wenige Gewerbe sind hie und da durch Schutzzölle mühsamaufgezüchtet, mit größtenteils kläglichem Ergebnis. So lange diesean Naturschätzen so reichen Länder arm bleiben an Arbeitskräftenund Kapitalien werden sie trotz der neuen Technik, trotz der Möglich-keit, westeuropäische Maschinen und Werkmeister sich kommen zulassen, Rohstoffstaaten bleiben wenn sie klug sind.

Die ostasiatische Industrie wird weiter fortschreiten, in denarbeits- und kapitalarmen Koloniallündern wird, nachdem die Be-völkerung und der Wohlstand auf ein gewisses Niveau gestiegen,die Industrie emporkommen, wie sie, als diese Bedingung erfülltwar, im Osten der Vereinigten Staaten von Nordamerika empor-gekommen ist. Aber werden die konkreten Industrien, die dortOldenberg , S. 26,

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