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gangen^) — müssen die Erze aus der Ferne, aus immer größererFerne bezogen werden, so wird die Position dieser Länder, selbstwenn sie noch über reiche Kohlenschätze verfügen, eine schlechtere,während die Chance z. B. Nordamerikas und Schwedens dank ihrerso großen Bestände an Erzen steigt. Und weiter: wenn künftigmehr und mehr die Technik sich von der Kohle emanzipiert, wennkünftig die motorische Energie zu geringeren Kosten wie heute ausWasser oder Wind gewonnen werden wird, so mag es sein, daßLänder, die derzeit, da ihnen das „Brot der Industrie" fehlt, relativungünstiger situiert siud als England und Deutschland , — Länder wiedie Schweiz und Italien — in die vorderste Reihe treten. Durch-aus ist denkbar, daß die, welche heute die letzten sind, künftig dieersten werden.
Eine rückläufige Bewegung des Fabrikatenexports der In-dustriestaaten von heute, eine starke Verschiebung in der jetzigenRangordnung der Industriestaaten kann eintreten aus Ursachenverschiedenster Art, die eine Minderung der Produktivität ihrernationalen Arbeit bewirken. Nicht aber aus der Ursache, daß andereLänder, die heute noch Rohstoffstaaten sind, industriellemporkommen. —
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L. Der Lebensmittelimport.
Die Möglichkeit dauernden Versiegens der in der Export-industrie liegenden Erwerbsquellen ist die eine der Gefahren, welcheder Pessimismus am volkswirtschaftlichen Horizonte Englands ,Deutschlands u. s. w. aufsteigen sieht. Wir haben gezeigt, daßdiese Gefahr nicht besteht — wenigstens nicht als Folge der Ur-sache, aus der sie hergeleitet wird, zu befürchten steht: der In-dustrialisierung der Rohstoffstaaten.
Wie ist es nun mit der zweiten aus der gleichen Ursache her-geleiteten Gefahr, der Gefahr des „dauernden Versiegens derNahrungsquellen", der rückläufigen Bewegung des Lebensmittel-imports ans den Rohstoffstaaten in die Industriestaaten?
Handelsberichte. Sonderabdruck aus dem Handelsarchiv, Serie INr. 1, S. 14.