Druckschrift 
Weltwirtschaft und Volkswirtschaft / von Heinrich Dietzel
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

sich mehrten, wo es mehr Brot gab, und desto rascher, je mehres gab, so wird, wo dessen dereinst weniger werden wird, dieZuwachsrate der Köpfe sinken, und desto kräftiger, je weniger.Und erst dann wird die Bevölkerungsflut wieder anschwellen, wennwieder eine neue Ära steigender Produktivität der Arbeit einsetztund Mehrung der Ziffer ohne Minderung des einmal erreichtenNiveaus materieller Kultur gestattet.

Die Ziffer wuchs da am gewaltigsten, wo das Produktivitäts-maximum lag: in den Kolonialländern, vor allem in den Ver-einigten Staaten und in Australien . Nicht so rapid, doch gleichfallsin recht schnellem Tempo, in England, Deutschland, Belgien . Weitweniger schnell in Frankreich, in der Schweiz, in Italien , denen es,um ihre nationale Arbeit auf die gleiche Staffel der Produktivität,wie in England u.s. w., zu heben, amBrot der Industrie" gebracht)

Auf 1 hkill kamen Einwohner ^)

in

im Jahre 1840

1390

England

105,3

192

Deutschland

61,2

96,5

Belgien

138,3

206,0

Frankreich

63,2

72,5

Schweiz

60,6 (1860)

73,3

Italien

80,5

96,0(1880)

Geringer, im Vergleich mit England u. s. w., war die Volks-zunahme auch in Spanien, Portugal, Türkei , deren Wohlstandweder durch Ausdehnung der Industrie, noch durch Ausdehnung derRohstoffproduktion wesentlich emporgebracht werden konnte. Größerdagegen wieder, zum Theil größer als in Deutschland , in dendünn besiedelten Staaten Europas, wo wie in Rußland, Rumä-nien, Serbien , Österreich-Ungarn vor allem die Landwirtschaft,oder wo wie in Schweden der Bergbau und die Hoh-produktion unter günstigem Sterne stand.

Andere Momente besonders das der Bodenverfassung, durch welchedie Zuwachsrate der agrikolen Bevölkerung wesentlich beeinflußt wird habenselbstverständlich mitgewirkt.

°) Vgl. die Tabelle im Handwörterbuch der Staatswissenschaften (2. Aufl.),Bd. II, S. 657.