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Auf 1 cikm kamen Einwohner in Rußland : 20 (1820), 42(1890); in Schweden: 6,9 (1840), 10,6 (1890). In Österreich-Ungarn war die Vorwärtsbewegung eine etwas schwächere: dieDichtigkeit stieg von 1840 bis 1890 im Verhältnis wie 100:140.^)
Nicht die Verschiedenheit der „Prolisicität" der Racen, sonderndie Verschiedenheit der Produktivität der Volkswirtschaften währendder letzten Dezennien erklärt, in erster Stelle, die Unterschiede imGange der Bolkszunahme. Überall stößt die Ziffer vor, aber, jenach dem größeren oder geringeren Fortschritt der Produktivität,in ganz verschiedenen Prozentsätzen.
Daß ein relativer Rückgang der Produktivität einen rela-tiven Rückgang der Volkszunahme bewirkt, kann bisher am deut-lichsten an dem Beispiel der Vereinigten Staaten veranschaulichtwerden.
So lange hier noch guter Boden in Fülle sich darbot, so langenoch Minen hoher Ergiebigkeit in Menge zu erschließen waren,eilte die Ziffer ,M Isaxs s.r»ä Kouuäs" vorwärts. Je mehr Land-wirtschaft und Bergbau sich ausdehnten, je mehr die Urproduktionzu niederen Klassen der Böden und Minen herabsteigen mußte unddamit die nationale Dividende relativ schwächer anstieg als früher,desto mehr verlangsamte sich das Tempo. Nach den Zensusauf-nahmen stellte sich die Zuwachsrate in den Jahrzehnten 1840/50und 1850/60 auf etwa 35, 1860/70 auf 26,6, 1870/80 auf 25,9,1880/90 auf 24,8 o/g — ein schrittweises Sinken des Zuwachses;für das Jahrzehnt 1890/1900 nimmt Sartorius von Walters-hausen eine Zuwachsrate von 20 "/g an.-)
Vgl. Sartorius v. Waltershausen, a. a. O., S. 5. — Hand-wörterbuch, S. 657, 763, 764. —
") Sartorius von Waltershausen , a. a. O., S. 9/10. —Daß das Nachlassen der Einwanderung nicht der ausschlaggebende Grundfür dies Phänomen sein kann, sondern das Sinken der Zuwachsrate vor allemaus dem Sinken des Geburtenüberschusses herrühren muß, ergiebt ein Blickauf die Tabelle über die Einwanderung, S. 18. — Newcomb schätzt dieZuwachsrate für das Jahrzehnt 1890/1900 nur auf 18,94 °/g (vgl. Molinari,im I. d. Econ. 1899, X, S. 1S3). —
Ob auch für West- und Mitteleuropa heute schon eine „immer weitereKreise ziehende Tendenz allmählichen Geburtenrückganges" nachweisbar ist —