del ausschliefslich an sich rifs. Es lag dies im Geiste der Zeitund des herrschenden Merkantilismus. England hat dieser Rich-tungspäter nicht sowohl aus theoretischen Gründen entsagt, alsin Folge der praktischen Erfahrung, dafs der freie Verkehr die Co-lonien sowohl wie das Mutterland kräftigt, und kein anderer Staatwird heute noch den Versuch wagen, Colonien durch Monopolienkünstlich zu züchten. Will er hingegen durch Vorzugstarife denHandel oder die Industrie forciren, so schädigt er die Colonie sowohl als das Mutterland und fordert aufserdem Retorsionenheraus. Deshalb hat jenes Motto jetzt nur eine Bedeutung, wenndie natürlichen Bedingungen unter der Flagge stark genug sind,um auch ohne Zwang überall durchzudringen. Diese aber sind:Eine grofse Seeküste, Productenreichthum und eine starke, that-kräftige Bevölkerung. Wenn wir die letztere besitzen und auch dieProduktion sich günstig entwickelt, so fehlt uns die erste. Wir sindund bleiben in Folge unserer geographischen Lage die Verbin-dungsbrücke für weite, reiche Hinterländer, aber zum Weltempo-rium können wir uns nicht erheben und unsere eigenen Colonienwürden bei stärkerer Entwickelung England als Markt für ihreProdukte aufsuchen müssen.
Die Aekerbau-Colonie.
Wenn eine Colonie einer grofsen Zahl europäischer Aus-wanderer als neue Heimath dienen soll, so kann nur die Acker-bau-Colonie in Betracht kommen; nur sie besitzt die Fähigkeit,eine grofse thatkräftige Bevölkerung in sich aufzunehmen undneue Staatengebilde zu schaffen, welche den Keim civilisatorischerEntwickelung in sich bergen. Das glänzendste Beispiel hierfürsind die Vereinigten Staaten von Amerika und demnächstAustralien , welches sich unter unseren Augen zu einer wirth-schaftlichen Macht entwickelt hat. Canada gedeiht unter demSchatten der mächtigen Republik minder stark und Süd-Afrikaentwickelt sich am langsamsten. Einige wenige Daten genügen,um das gewaltige Emporkommen von Australien zu illustriren.