sehen Verlust, der uns betroffen hat, «und zwar nur deshalb, weilsie uns wirthschaftlich mit ihrem gesammten Eigenthum, ihrergesammten Productions- und Consumtionskraft absolut verlorengegangen ist», und sein Schmerz äufsert sich in dem Ausruf: «damöchte ein patriotisches Herz in lautes Wehklagen ausbrechen!»Er fügt hinzu: «Wären diese unserer Nation verloren gegangenenendlosen Auswandererzüge z. B. sämmtlich von Anfang an nachSüd-Amerika gerichtet und dort concentrirt worden, so würdedort ganz sicher heute ein mächtiges deutsches Reich bestehen,das wahrscheinlich den Namen der Vereinigten Staaten von Süd-Amerika führen würde».
Es ist kaum anzunehmen, dafs die Vereinigten Staaten vonSüd-Amerika sich im Laufe einer so langen Periode besser zumMutterlande gestellt haben würden als die Vereinigten Staaten von Amerika zu ihrer Mutter; denn diese sind ja (im Sinnedes Herrn v. Weber wenigstens) «mit ihrem gesammten Eigen-thum,. ihrer gesammten Productions- und Consumtionskraft»England ebenfalls verloren gegangen. Eine Colonie, die sich soblühend entwickelt hätte, wie sie uns die Phantasie des Herrnv. Weber ausmalt, die «die mächtige Wasserbahn des könig-lichen La Platastroms zu einem mit zahlreichen Segeln undDampfern durchkreuzten südamerikanischen Rhein , die StädteBuenos-Ayres und Montevideo zu prächtigen deutschen Kriegs-häfen» gemacht hätte, würde ihre Interessen schwerlich mit denendes nordeuropäischen Deutschlands , trotz gemeinsamer Spracheund Abstammung, identificiren. Nun meine ich aber, dafs sichHerr v. Weber hierüber beruhigen kann, um so mehr als eres selbst ausspricht, dafs die «wirthschaftliche und nicht die poli-Verbindung» das Wesentliche sei. Der Handel wird sich stetsdahin wenden, wo er den besten Markt findet, denn er ist seinemWesen nach cosmopolitisch. Die argentinische Republik hattrotz ihres spanischen Ursprunges und ihrer frühem Zusammen-gehörigkeit mit Spanien (bis zum Anfang dieses Jahrhunderts)einen 5 mal so starken Handelsverkehr mit England alsmit dem ehemaligen Mutterlande, während ihr Handel mitDeutschland ebenso stark als ihr spanischer Handel ist. Diewichtigsten Ausfuhrproducte, Wolle und Häute, finden in England ,welches selbst wenig davon producirt und durch seinen Reichthuman Häfen ein bequemer Stapelplatz ist, einen gröfsern Markt als