Alle hätten sich in dem Ausspruch so sehr wiedergefunden, daß siedem scharfblickenden Spötter begeistert Beifall geklatscht hätten.
Trotz der im dritten Jahrhundert einsetzenden Rückbildung zurNaturalwirtschaft waren also noch zu Beginn des fünften JahrhundertsAlle vom kapitalistischen Geiste erfüllt und in den Seestädten Italiens ist er niemals untergegangen. Vielmehr wurde der da betriebeneHandel lange vor den Kreuzzügen die Grundlage für die Ansamm-lung neuen Reichtums 1 ) und für die Entstehung von Seemächten vonsolcher Bedeutung, daß griechische Kaiser 2 ) und moslemische Herr-scher 3 ) mit ihnen paktierten. Sie sind der Ausgangspunkt gewordenfür die allmähliche Unterwerfung des feudal - agrarischen Elementesunter die wieder erwachende städtische Wirtschaft und die Hand inHand damit wieder erstehende zentrale Beamtenverwaltung.
Auch in den nördlicheren Ländern finden wir nach der Völker-wanderung ein Fortbestehen des Handels mit dem Orient und Indien.Zuerst werden uns die Händler als Syrer bezeichnet. 4 ) Dann, wohl
*) Vgl. Muratori, Antiquitates Italicae medii aevi, Mailand 1738 — 42, II,863—922, die Abhandlung De Mercatibus et mercatura saeculorum rudium. Sieheferner unten den Exkurs III, 1.
2 ) Eo autem crevit Pisanorum et Genuensium potentia in Oriente, ut SaeculoChristi XII. Graecorum Imperatores utrique populo annuum censum persolverint,uti Annales Pisani, et Caffari editi fidem faciunt. Muratori, a. a. O. II, 886.Über die Traktate Venedigs mit den griechischen Kaisern vgl. Tafel und Thomas,Urkunden zur älteren Handels- und Staatsgeschichte der Republik Venedig in Fontesrerum austriacarum, 2. Abt., Bd. 12 —14, Wien 1856 — 57 und Wilhelm Heyd, Geschichte des Levantehandels im Mittelalter. Stuttgart 1879, I, 120 ff.
3 ) Vgl. M. L. de Mas Latrie, Traites de paix et de commerce et docu-ments divers concernants les relations des Chrdtiens avec les Arabes de l’Afriqueseptentrionales au moyen-äge. Paris 1866. Die venezianischen Verträge mit demSultan von Ägypten vor dem 4. Kreuzzuge werden noch weiter unten besprochenwerden.
4 ) Über die syrischen Kaufleute und ihre Habsucht vgl. den hl. Hieronymus,Epist. ad Demetriadem (Migne, Patr. lat. XXIII, p. 1111): »Hic (comes Heraclianus)matrum gremiis abducere pactas; negotiatoribus et avidissimis mortalium Syris, no-biliurn puellarum nuptias vendere.« und Commentaria in Ezechiel. ( Migne, Patr. lat.XXV, p. 267): »Usque hodie autem permanet in Syris ingenitus negotiationis ardor,qui per totum mundum lucri cupiditate discurrunt, et tantam mercandi habent vese-niam, ut, occupato nunc orbe Romano, inter gladios, et miserorum neces quaerant