begegnen wir seit dem 11. Jahrhundert häufig bei den an die Stelleder Beutezüge der alten Gefolgschaften getretenen Angriffskriegen. Esscheint auch von Wilhelm von der Normandie bei der EroberungEnelands aneewendet worden zu sein. Als er an seine Vasallen dieZumutung stellte, ihn zu begleiten, lehnten sie ab, weil sie dazu nichtverpflichtet seien, und einen Präzedenzfall nicht schaffen wollten. Daraufnahm er sie einzeln vor und machte ihnen Versprechungen. 1 ) Vorallem aber bestand das Eleer, mit dem er sich England unterwarf,aus Söldnern, die, angelockt von einem hohen Sold und die Aussichtauf die Plünderung Englands, aus allen Teilen Frankreichs und denangrenzenden Ländern zusammenströmten; seine normannischen Vasallendagegen lohnte er nach Maßgabe ihrer Teilnahme durch Land, womiter sie belehnte. 2 ) Vom 11. Jahrhundert ab finden wir sogar schonKriegsunternehmer, die, wie die Condottieri im alten Griechenland , 3 )eine Mannschaft gegen Geld warben, und ihre Leistungen, sowie dieeigenen Anderen gegen Entgelt zur Verfügung stellten. Wenn es früherschon vorgekommen, daß die Führer von Gefolgschaften ihre eigenenund ihrer Leute Kriegsdienste gegen Entgelt verdingt haben, so be-ginnen jetzt von den Führern geworbene Truppen an die Stelle der
mitunter auch in Grundbesitz. Infolge einer solchen Gesellschaft ließen sich dieJustiniani von Genua auf der Insel Chios nieder, deren Herren sie mehr als 200Jahre lang geblieben sind.« Vgl. auch über solche maonas zu KriegszweckenL. Goldschmidt, Handbuch des Handelsrechts, 3. Aufl., Stuttgart 1891, I, 291 ff.Nach Goldschmidt stammt das Wort maona aus dem Arabischen.
') So heißt es in Willelmi Malmesbiriensis Monachi, De gestis regumAnglorum, ed. William Stubbs, London 1889 p. 299: Cumque omnes ejus volun-tatem plausibus excipientes, magnificis promissis animasset, commeatum naviumOmnibus, pro quantitate possessionum, indixit (Willelmus).
2 ) Vgl. Augustin Thierry , Histoire de la conquete d’Angleterre par les Nor-mands. Paris 1867, p. 126: Guillaume fit publier son ban de guerre dans les con-tr£es voisines; il offrit une forte solde et le pillage de l’Angleterre a tout hommerobuste qui voudrait le servir de la lance, de l’epde ou de l’arbalete. Im Romande Rou et des Ducs de Normandie par Robert Wace, Edit. F. Pluguet, Rouen 1827,heißt es Vers 13794:
»De mainte terre out soldiersCels par terre, cels par deniers.«
3 ) Siehe Beloch, Griechische Geschichte II, 471 ff. Straßburg 1897.