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Privilegien sollten diese im Verhältnis zu ihrem Besitze behalten; die Hul-digungen und militärischen Leistungen sollten in gleichem Maße verteiltwerden. Der Rest sollte den Franken von Rechtswegen zustehen. DieLandbewohner sollten in den gleichen Verhältnissen bleiben, wie untergriechischer Herrschaft. Nach dem Tode des älteren Bruders von Wilhelmvon Champlitte ging dieser in seine Heimat zurück und Gottfried von Ville-hardouin trat an die Spitze der Franzosen . Er verteilte das eroberte Landan die Teilnehmer der Expedition. Jeder erhielt Land in dem Verhältnis zudem Vermögen, das er in Truppen, die er führte, angelegt hatte.
Dieser kapitalistische Charakter der Eroberung von Morea durch dieFranzosen wurde von dem griechischen Kaiser sogar formell ausgesprochen.Als der Nachfolger Wilhelms von Champlitte und Gottfrieds von Ville-hardouin und ein großer Teil seiner Mannen in die Gefangenschaft desgriechischen Kaisers geraten waren, sagte dieser zu ihnen, wenn er jetztHeer und Flotte nach Morea sende, könne er das Land leicht erobern, daes von Truppen entblößt sei. »Aber da Eure Almen beträchtliche Summenverausgabt haben, um Morea zu erobern, welches Ihr von ihnen überkommenhabt, so fordere ich Dich, Fürst, auf, statt das Ergebnis aller dieser Opferzu verlieren und aller Eurer Güter beraubt zu werden, daß Du und DeineRitter das Geld, das ich Euch als Ersatz biete, annehmt. Damit gewinntIhr Eure Freiheit und könnt Euch in Frankreich anderes Land kaufen, dasThr und Eure Kinder in Ewigkeit besitzen könnt; mir aber laßt Morea, dasmir gehört und verlaßt das Land.« Aber Wilhelm von Villehardouin er-widerte, daß er über das Land nicht allein zu verfügen berechtigt sei; ersei an den Rat und den Willen aller seiner Genossen gebunden; er botLösegeld, und schließlich erhielt der griechische Kaiser gewisse Festungeneingeräumt und Geißeln.