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Der Abschluss der deutschen Münzreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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6 Millionen Mark in halben Kronen vorhanden sein können, vondenen 1 '/ 2 Millionen Mark in der Reichsbank liegen. Im Umlaufbekommt man die goldenen Fünfmarkstücke nur noch in ganzseltenen Fällen zu Gesicht. Ihr gänzliches Verschwinden wird vomGeldverkehr überhaupt nicht empfunden werden.

Mehr Widerspruch als die Beseitigung der goldenen Fünf-markstückes wird vielleicht die Abschaffung der silbernen undnickeinen Zwanzigpfennigstücke finden.

Hier liegen die Dinge folgendermafsen:

Der Entwurf des Münzgesetzes, wie er dem Bundesrath vor-gelegt wurde, enthielt überhaupt kein Zwanzigpfennigstück; zwischendem nickeinen Zehnpfennigstück und dem silbernen Fünfzigpfennig-stück war kein Mittelglied vorgesehen, Die Verfasser des Münz-gesetz-Entwurfes gingen von der Ansicht aus, dafs der Verkehrmit einer verhältnismäfsig o-eringen Anzahl von Münzsorten aus-

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kommen könne und dafs ein allzugrofser Ueberflufs an Sorten dieUnterscheidbarkeit beeinträchtige.

Auf das Verlangen von Bayern und Württemberg fügte je-doch der Bundesrath das Zwauzigpfennigstück in das Gesetz ein,das namentlich für Süddeutschlaud als Ersatz für das beliebteSechskreuzerstück als wünschenswert erschien; und in Süddeutsch-land hat sich in der That das silberne Zwanzigpfeunigstüek nocham meisten im Umlauf erhalten.

Von Anfang au war man zweifelhaft, ob man das Zwanzig-pfennigstück aus Nickel oder aus Silber prägen solle. Man ent-schied sich für das Silber. Bestimmend dafür war nach dem Be-richt der mit der Vorberathung des Gesetzes betrauten Bundesraths-aiisschüsse die Erwägung,es könne zu der beträchtlichen Menge,welche ausgeprägt werden würde, das überschüssige Silber ausden einzuziehenden Silberkurantmünzen passend verwendet unddamit zugleich der Anschaffungspreis des Nickel- und Kupfer-metalls (für die kleineren Scheidemünzen) auf mäfsiger Höhe er-halten werden."

Man hatte sich jedoch in der Annahme, dafs der Verkehrgrofse Summen absorbiren werde, sehr getäuscht. Am Ende desJahres 1877 belief sich die Gesammtprägung von silbernenZwanzigpfennigstücken auf 35 717 922,80 Mk., und es zeigte sichdamals schon, dafs diese Summe sich nicht im Umlauf werde