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Nun sind freilich liier unter den Scheidemünzen auch dieNickel- und Kupfermünzen inbegriffen, deren Bestand in denJahresberichten der Reichsbank nicht gesondert nachgewiesenwird. Diese Bestände sind jedoch keinesfalls erheblich; bei derfortgesetzten lebhaften Nachfrage des Verkehrs nach diesen Sorten,mit welcher die Münzstätten bei ihren Neuausprägungen kaumSchritt halten können, dürfte der Bestand der Reichsbank sichauf das Allernothwendigste beschränken. Für seine Höhe gebenfolgende Zahlen einen Anhalt. Nach den Motiven des dem Reichs-tag vorgelegten Entwurfs betrug der Bestand der Reichsbauk anReichssilbermünzen am 31. Dezember 1897: 68 522 000 Mk., am31. Dezember 1898: 67 422 000 Mk.; nach den Jahresberichten derReichsbank betrug ihr Gesammtbestand au Scheidemünzen an dengleichen Termiueu 69 052 000 Mk. und 68 856 000 Mk. Darausergiebt sich, dafs der Bestand der Reichsbank au Nickel- undKirpfermünzen Ende 1897 nur 530 000 Mk., Ende 1898: 1434 000Mark betrug. Man wird also zur Berechnung des Bestandes derReichsbauk an Thalern und Reichssilbermünzen von den in derletzten Spalte der oben gegebenen Tabelle enthaltenen Zahlen nuretwa eine Million Mark absetzen dürfen.
Wenn man den gesammten Vorrath Deutschlands an Silber-geld, der sich seit 1894 nur wenig verändert hat, auf rund870 Millionen Mark schätzt, dann würde mau in runden Zahlenfür das aufserhalb der Reichsbank befindliche deutsche Silber-geld folgende Beträge erhalten:
Im Ganzen
Hill. Mk.
Keichs-BevülkerungHill. Eiire-,
Pro Kopf derBevölkerung
Mk.
1894
556
51,3
10,s
1895
564
52,0
10,8
1896
581
52,7
11,0
1897
591
53,5
11,0
1898
603
54,3
11,1
Mit diesen Beträgen ist jedoch der Bedarf der deutscheuVolkswirtschaft au Silbergeld noch nicht gedeckt; denn derSilberbestaud der Reichsbauk ist durchaus nicht in seinem vollenUmfang entbehrlich, die Reichsbank bedarf vielmehr gerade zu