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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
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Standpunkt einnehmen müssen. Das sind die beiden Grenzen. Werdendiese Grenzen aber iimegahlten, dann ist gegen eine Interessenvertretunggar nichts einzuwenden.

Es ist nun in das Bild der parlamentarischen Tätigkeit und AnHsichts-ratstätigkeit des Herren Erzbcrger ein Zug hineingekommen,, der die Sacheetwas zu verschieben scheint. Das ist nämlich die im Prozeß immer wiederhervorgehobene und hervortretende Furcht der alten Behörden vordem mächtigen, einflußreichen Abgeordneten. Ja, meine Herren, kann eigeni.lich Herr Erzbcrger etwas dafür, daß mau ihn überall fürchtet? Hat er jemalsmit einer Neprcssalie gedroht? Ich habe in den ganzen Fällen gar nichtsnach dieser Richtung erfahren. Es waren Worte mir aus den: Herzen ge-sprochen, Herr Oberstaatsanwalt, die Tie sprachen, als der Fall Angeleerwähnt wurde. Im Fall Angele handelt es sich in keiner Weise umirgendein Privatinteresse, sondern ausschließlich darum, daß der Abge-ordnete des Wahlkreises, Biberach . den Wunsch des WahlkreisesBiberach, vertreten durch die Behörden des Wahlkreises Biberach , daßnämlich Angele Unierkommissionär der Reichsgerstengesellschast werdensollte seinerseits vertrat.

Wenn jemand, der gefürchtet wird, nicht berchtigt sein sollte, seine In-teressen von Leuten, die ihm nahestehen oder auch von beliebigeren anderen,zu vertreten, bloß weil er gefürchtet ist, dann, m. H.. würde ich den armenFürsten Bismarck be,dauert"haben: der durste dann doch eigentlich niemalsirgendein eigenes Interesse oder die Interessen eines Bekannten vertreten,weil er sich sagen mußte, daß sein Einfluß, seine Macht die Behörden be-einflu'sseni Wnue. Mit einem Wort: es ist eben für einenMenschen, der Eins lu'ß hat, nicht möglich, den Einflußin der Garderobe abzulegen und in das Amtszimmerohne diesen Ei n fluß einzutreten.

Wie man große Interessengruppen vertreten kann, so kann auch der Ab-geordnete einzelnen Leuten Hilft leisten und sür sie eintreten, Leute seinesWahlkreises, seiner Partei, jedermann, vor allen Dingen auch für Freunde;es müssen immer nur die Einschränkungen, die ich hervorhob, ihrerseits ge-wahrt werden. Denn das VolL besteht nicht ans Begriffen,, sondern auSMenschen.

Verteilung der Erze auf den Halden.

Thyssen hatte für tsein großes Werk Hagendingen in Lothringen einean und für sich vollkommen ausreichende und große Erzbasis dadurch, daßer in der Normandie große Gruben hatte. Die waren abgeschnitten unddadurch war seine Erzbasis ans ein Minimum reduziert. Er war aiM-wiesen auf seine alten Vorräte und auf die Erze, die aus Schweden geikaufßwurden. Es war also ein durchaus berechtigtes Streben, daß er diesenMangel an Vorräten zu ergänzen suchte, gerade von dem Standpunkt aus,den ich schon vorher hervorhob, da er eben in der reichlichen Erzversvrojungund somit Stahlproduktion die wichtigste Handhabe sür den Sieg Deutsch-lands sah. Und nun trat in erster Linie folgendes ein. Ans den Haldender verschiedenen Werke, auch im Brieygebiet, lagen eine große Anzahl vonOrzen. Sie wurden auf ß00 000 t geschätzt. Die Verwaltung, die für diese

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