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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
63
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ebnen, unbekümmert um die sicheren unabwendbaren Folgen, eines blutigenBürgerkrieges und des völligen Zusammenbruches Deirtschlands. Dieselbepolitische Blindheit, die von 1914 bis 1918 uns als Militärdiktatur regierte,HM die Zeit für gekommen, durch meine politische Ausschaltung wiederunser Volk zu beherrschen. Und warum ist gerade meine Person das Haupteangriffszicl? Man fürchtet meine auch von den Gegnern anerkannteEnergie, meinen Schaffensdrang, meine Zusammenfassung der wiederauf-bauenden Kräfte und meine demokratische Gesinnung. In manchen Kreisenist auch mein Religionsbekenntnis der Stein des Anstoßes. Schließlichhieß es -auch, daß ein ehemaliger Lehrer ich war 2^/2 Jahre im Schul-fach und stehe seit 25 Jahren in der Politik nicht das Finanz-ministerium führen könne. Seit mehreren Jahren ist dieser Kampf orga-nisiert gegen mich geführt worden. Der Angeklagte hat während des Pro-zesses bei jeder Gelegenheit von sich gesprochen, von seiner Tugendreine,seinen herrlichen Werken, seinem untadeligen Verhalten. Ich bedanre, heuteauch einmal von in i r sprechen zu müssen.

Die Friedcnsresolntion.

In den erregten Juli tagen 1 9 1 7^Me..M...MseM,D dieBinde von den^Migm M^nDM zuretten. Die"um den WgKagten geMmette.,W^ noch

«--»5em Satze:"'^ie^'SVnn? niHl stein t, wenn man .....Ue.ÄMe^ Wieszt.

Wer um sine starke FrnedcnA-

Mehrheit im -Reichstag war von Erfolg gekrönt. Die Juliaktion 1917wurde die Rettung vor dem drohenden inneren Zusammenbruch und derBeginn der Bildung einer ständigen Mehrheit im deutschen Parlament,während die Regierung in den vorangehenden 4V Jahren darauf angewiesenwar, sich von Fall zu Fall durch oft unnatürliche Kombinationen eine Mehr-heit zusammenzusuchen. Seit Juli 1917 wurde der be^tgchaßte, Mann,bei den Alldeutschen. Ich?rachte"p'erM'Nche^ Opfer, um

uftseM" Wlk'MfWH'zür "Rettung zu zeigen. Ein Berliner Matt schriebkürzlich hierüber:

Erzberger hat die fette Pfründe bei Thyssen lieber geopfert,als daß er die Thyssen imwillkommene Friedensakiion von 1917 auf-gab- Mit anderen Worten: in entscheidender Stunde stellte er diegroße und für sein Volk nützliche Aktion vor seine, persönlichenInteressen. So handelt kein politischer Schmutzian."Man hat im Jahre 1917 an den entscheidenden Stellen nicht auf michgehört, bis nach mehv als Jahresfrist alles so kam, wie es kommen muhte.

Dann berief mich im Oktober 1918 der Kaiser in die Regierung, in. der ich m-it den anderen Staatssekretären das alte Reich demokratisch um-gestalten half. Die Okwberverfassung von 1913 war ein großer Sieg der? deutschen Demokratie, der Weg zu unblutiger Entwicklung war frei? wirj hatten das parlamentarische Regime erreicht.

Der Waffenstillstand.

Zum nationalen Leidensgang nach Compiögne habe ich mich nichtgedrängt, aber nach anfänglichen^ Sträuben mich dem Zwange der Not-SS