XI
gestanden wie ein Mann, und seinen bunten Bildern hat-ten wir nichts gegenüber zu stellen, als den ungelenkenliacker von deutschem Staat, dessen beste Hoffnungennoch eingeschnürt sind in Windeln aus hartem, grauempreussischem Kommisstuch. Wer die Rheinlande kenntund namentlich den Theil, auf dem dies Alles vorging,der muss in der That einräumen, dass dieses fröhliche,bewegliche, respektlose Volk grosse Selbstüberwindungan sich übte, indem es sich zum Verständniss der beinahnoch abstrakten Vorzüge des neuen Vaterlands in dieserseiner anmuthslosen Form erhob. Seit achtzig Jahren,Dank der Jakobinischen Sündfluth, aller adligen Landes-insassen entledigt; seit Julius Cäsars Zeiten bis zurSchlacht von Waterloo mit erblichen Landesvätern ver-schont; 1815 von Metternich mit einem Angestammtenbeschenkt, den sie unter Napoleons Herrschaft nur alsMonsieur de Darmstadt gekannt hatten und zu dessen Nach-folgern ihr verhärtetes Herz mit der ächten kindlichen Pie-tät emporzublicken bis auf diesen Tag, furcht’ ich, nochnicht gelernt hat; endlich auch Jahrhunderte lang unterdem Regiment des Krummstabs zu leichtem, lotterigem,üppigem Leben verzogen: so musste ihnen das märkischeStaatswesen mit seiner monarchischen Treue, seiner ei-sernen Aristokratie, seiner schnarrenden Blechstimme,seiner bitteren Ernsthaftigkeit und spasslosen Disciplinentsetzlich wenig Verlockendes bieten. Und unter solchen