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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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so oft gehört, dass ich mir lebhaft denken kann, wiewohl es that, einmal ausschnaufen zu können. Auchwird mir nicht so schwer zu rathen, was man daheimdenkt; vierzehn Tage Berlin haben mir die Rheinluftnoch nicht so aus den Knochen getrieben, dass ichmir nicht vorstellen könnte, wie Einer z. B. eben po-litisirt, wenn er an einem schönen Abend in der Mo-ritz-Halle seine sterbliche Hülle von aussen uud innenzugleich erfrischt. Raisonnirt mag schon werden, dassist unvermeidlich, aber sollte vielleicht der Eine oderder Andere sich beklagen, dass es bis jetzt nicht nachseinem Sinne gegangen, so ist es nicht meine Schuldund dem Zollparlament seine Schuld ist es auch nichtausschliesslich. Denn ich habe es Ihnen ja von derersten bis zur letzten Stunde gesagt: Erwarten Siebei Leibe nicht, dass wir in Berlin sofort ein grossespolitisches Feuerwerk abbrennen und die Welt durchgrosse Tliaten in Erstaunen setzen. Die Zeiten sindüberhaupt vorüber, in denen man hoffte, die Welt mitReden aus den Angeln zu heben, und wenn sie auchnicht vorüber wären, so konnte man doch nicht darandenken, dass bei den dermaligen ebenso merkwürdigverschlungenen als unbequem eingegrenzten Zuständenein parlamentarischer Geniestreich mit Glück an dieserStelle unternommen werden möchte.

Nicht minder habe ich denen, welche beim Ab-